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  • 2013.05.15
    Julia GrillmairZum Profil
    Julia Grillmair
    • Co-Autor Mag. Wolfgang Vejdovsky

    Die Wirtschaftlichkeit von nachhaltigen Revitalisierungen bei Einkaufszentren

    Das Bewusstsein für Nachhaltigkeit hat in den vergangenen Jahren Einzug in die Immobilienbranche gehalten. Nicht zuletzt aufgrund der von der Europäischen Union 2002 verabschiedeten „European Energy Performance of Building Directive“, welche die Verfügbarkeit eines Gebäudeenergieausweises für Neubau- und Bestandobjekte vorschreibt, wird das Thema Nachhaltigkeit mittlerweile auf breiter Basis diskutiert.

    Infolgedessen hat das Aufgabenfeld von Eigentümern von Einkaufszentren deutlich an Komplexität gewonnen. Diese müssen sich nun nicht nur fragen, wann und in welchem Umfang ein Shopping Center revitalisiert werden sollte, sondern auch, ob dies auf nachhaltige Weise – d.h. unter besonderer Berücksichtigung ökologischer und sozialer Aspekte – geschehen soll.

    Das Eigentümerinteresse an nachhaltigen Revitalisierungen ist nach wie vor verhalten. Die möglichen positiven Effekte nachhaltiger Revitalisierungsmaßnahmen liegen auf der Hand: höhere Mieten, deutlich geringere Betriebskosten und eine verbesserte Auslastung sind nur einige der Vorteile, die sich Bestandhalter von nachhaltigen Revitalisierungen versprechen.

    Dennoch macht eine Recherche in den Datenbanken der Building Research Establishment (BRE) in Großbritannien sowie der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) deutlich, dass das Interesse der Eigentümer am Erwerb eines Zertifikats für nachhaltige Revitalisierungen bei Einkaufszentren nach wie vor verhalten ist. Investoren fürchten ein Ungleichgewicht zwischen Eigentümer- und Mieternutzen. Doch besteht dieses Ungleichgewicht tatsächlich?

    Ein Fallbeispiel
    Eine von der Autorin gemeinsam mit dem Einzelhandelsspezialisten Alexander Koller durchgeführte Analyse der Wirtschaftlichkeit der nachhaltigen Revitalisierung zweier Einkaufszentren in Österreich und Portugal geht dieser Frage nach. Beide Einkaufszentren wurden in Anlehnung an die Vorgaben von BREEAM (Building Research Establishment Environmental Assessment Method) bzw. DGNB auf ökologisch und sozial nachhaltige Weise umfangreich revitalisiert. Dabei wurde insbesondere im Fall des portugiesischen Shopping Centers großer Wert auf die Verbesserung der ökologischen Performance gelegt. Anschließend wurde anhand eines DCF-Modells überprüft, ob die Revitalisierung aus Sicht des Eigentümers sowie aus Sicht der Mieter als wirtschaftlich sinnvoll anzusehen ist.

    Ergebnisse
    Während der Eigentümer des österreichischen Einkaufszentrums das Mietniveau durch die Revitalisierung deutlich steigern konnte, blieben die Mietsteigerungen des portugiesischen Shopping Centers deutlich hinter den Erwartungen zurück. Aufgrund der umfangreichen ökologischen Revitalisierungsmaßnahmen konnten die Betriebskosten des portugiesischen Einkaufszentrums jedoch drastisch gesenkt werden, was zu einem deutlichen wirtschaftlichen Vorteil für die Mieter führte.

    Fazit
    Anhand des Fallbeispiels wird deutlich, dass nachhaltige Revitalisierungsmaßnahmen nicht zwangsläufig zu deutlichen Mietsteigerungen – und somit zu einem wirtschaftlichen Vorteil für die Eigentümer – führen. Aufgrund der Tatsache, dass die Betriebskosten üblicherweise auf die Bestandnehmer überwälzt werden, profitieren von Betriebskosteneinsparungen, die aus nachhaltigen Revitalisierungen resultieren können, unter Umständen tatsächlich primär die Mieter.

    Aus diesem Grund ist es wesentlich, bereits im Vorfeld einer geplanten, nachhaltigen Revitalisierung die Kosten- und Nutzenstruktur detailliert zu evaluieren. Mithilfe von „Green-Lease“ Verträgen, welche die Aufteilung von Kosten und Nutzen präzise festlegen, kann eine Grundlage für eine faire Verteilung des Nutzens zwischen Eigentümer und Mieter – und somit eine Basis für den wirtschaftlichen Erfolg aus Eigentümersicht – geschaffen werden.

    In jedem Fall gibt es jedoch zu bedenken: Handel ist Wandel. Stärker als noch vor einigen Jahren spielt die gesamte monatliche Belastung – und somit auch die Höhe der Betriebskosten – für Einzelhändler eine wesentliche Rolle bei der Standortauswahl. Eigentümer von Einkaufszentren, welche dies erkennen – und Maßnahmen zur Senkung der Betriebskosten ergreifen – könnten langfristig einen Wettbewerbsvorteil haben.
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    2 Kommentare
    • Julia Grillmair @ 25.05.2013
      Herzlichen Dank! Natürlich handelt es sich hierbei lediglich um ein Fallbeispiel-um die allgemeine Gültigkeit der gewonnenen Erkenntnissen zu evaluieren, ist auf diesem Gebiet weitere Forschungsarbeit notwendig.
    • Gunda Weihs @ 16.05.2013
      Gratuliere. Echt interessant. Ich hätte mir dies bei Einkaufszentren nicht gedacht. Sind Sie sich da wirklich sicher?
  • 2013.05.07
    Philipp KaufmannZum Profil
    Philipp Kaufmann

    Mietzins ade - was kommt jetzt?

    Sag dem Mietzins leise Servus
    Wer Nachhaltigkeit lebt, optimiert seine Immobilie über den Lebenszyklus. Und damit auch die größte Kostenposition, nämlich die Bewirtschaftungskosten, welche für 80 Prozent der Lebenszykluskosten verantwortlich sind. Genau hier spießt sich aber die Theorie bei der Umsetzung der Praxis. Bei den bisherigen einfachen Mietvertragsmodellen, bei der für die Überlassung einer Fläche ein Entgelt vereinbart wird, profitiert der Mieter davon und der Vermieter trägt die Kosten. In unserem Wirtschaftssystem können daher solche Modelle von sich aus nicht erfolgreich sein.

    Der nachhaltige Mietvertrag
    Die Lösung liegt auf der Hand: wir brauchen moderne Gestaltungsmöglichkeiten, die unserer Wirklichkeit entsprechen und das Eigentümer-Nutzer-Dilemma lösen. Und vor allem brauchen wir  die Sicherheit, dass diese neue Ideen auch von beiden Vertragsparteien akzeptiert werden und halten. Denn nur wenn belastbaren Vertragsklauseln „Standard“  sind kann z.B. ein Developer sein Geld in solche neue (Business-) Modelle investieren. Um dies zu erreichen, wurde 2012 eine ÖGNI Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, um einen Leitfaden für den nachhaltigen Mietvertrag zu erarbeiten. Unter der Leitung von Stefan Artner und Mitarbeiter der namhaftesten Anwaltssozietäten, wie SCWP, Wolf Theiss, Heid Schiefer, LAW firm und Schönherr entstehen 2013 Inhalte aber vor allem konkrete Textbausteine, welche hier eine neue Sichtweise aus der Branche für die Branche entstehen lassen. Dies beginnt bei der Verwendung von biologischen Reinigungsmitteln, reicht über den Einsatz zB von LED-Technologien und endet in neuen Modellen, bei denen wir nicht mehr alleine von Betriebskosten im Sinne des MRG reden sondern tatsächlich von den Bewirtschaftungskosten und darüber hinaus von zusätzlichen Dienstleistungen. Für den Mieter, der sich auf seine Kernkompetenzen konzentrieren kann, sind dann umfassende Qualitätsniveaus, Kostentransparenz und Kostensicherheit keine Utopie mehr. Im Idealfall hat er alle Informationen über die gesamte Nutzungsperiode, seinem Mietzyklus.

    Mehrwerte für Vermieter, Mieter und Betreiber
    Der nachhaltige Mietvertrag wird unser Handeln verändern und aus der bisherigen (Flächen-) Miete eine umfassende Dienstleistung des Vermieters und Betreibers machen; diese Mehrwertmiete kann sogar so weit entwickelt werden, dass wir von einer „All-in Miete“ (oder Brutto-Miete) reden, die alles umfasst. In diesem Fall „bestellt“ der Mieter seinen Anforderungen entsprechend Pakete ähnlich den Produkten im Bereich der Mobilfunkbranche – und das wichtigste: davon profitieren alle zentralen Akteure der Bewirtschaftung: der Vermieter kann für gute Leistung gutes Geld verdienen, der Betreiber erbringt exzellente Leistungen, die auch honoriert werden, und der Nutzer bekommt einfach mehr für sein Geld und weiß, dass er in der Immobilie nicht nur arbeiten darf, sondern sogar glücklich wird.
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    1 Kommentar
    • Oliver Puchner @ 16.05.2013
      Super Idee. Ich gratuliere!!!
  • 2013.04.25
    Harald GregerZum Profil
    Harald Greger

    Behagliches Wohnklima

    Die Anforderungen an Baustoffe sind in den letzten Jahren massiv gestiegen. Fenster bilden hier keine Ausnahme. Sie dienen heute nicht mehr nur dem Schutz vor wechselnden Witterungseinflüssen und dem Schall- und Brandschutz, sondern übernehmen eine wichtige Rolle als Verbindungsglied zwischen dem Innenraum und der Außenwelt. Bauherren wollen mit viel natürlichem Licht leben und die bestmögliche Wärmedämmung, damit die Energie im Haus bleibt. Dazu ist es wichtig, das Gebäude "dicht" zu machen. Alte Fenster sind oft energetische Lecks von Gebäuden.

    Von der Planung bis zum Rückbau
    Aufgrund steigender Nutzungskosten ist heute die Berechnung der gesamten Lebenszykluskosten von Immobilien bereits in der frühen Planungsphase notwendig. Fenster spielen dabei eine wesentliche Rolle, da sie die Lücken in der Außenhülle ohne Wärme - und Energieverlust schließen und damit ein konstanter Wert über die gesamte Nutzungsdauer bis zur Wiederverwertung gehalten wird. Voraussetzung dafür sind qualitativ hochwertige Fenster und ein perfekter bedarfsgerechter Einbau.

    Verantwortungsvolles Bauen und die Berechnung der Kosten beginnt bei der Planung, führt über die Realisierung zur Nutzung und endet bei der Demontage eines Bauwerkes. Bisher lag der Fokus von Bauherren und Planern meistens auf den Errichtungskosten. Zunehmend treten jedoch die durch das Planen und Bauen determinierten Nutzungskosten in den Vordergrund. Sie sind der größte Teil aller Aufwendungen für ein Gebäude. Die Betrachtung dieser Lebenszykluskosten im Zusammenhang mit Fenster- und Türkonstruktionen ist für uns von großer Bedeutung.

    Angenehmes Wohngefühl durch individuelle Gestaltung
    Alle Öffnungen eines Hauses, seien es Fenster, Türen oder Lichtdächer, sind Gestaltungselemente, mit denen einem Gebäude ein einzigartiges Aussehen verliehen werden kann. Form und Farbe prägen das Erscheinungsbild nach außen. Im Inneren bilden sie die Basis für ein besonderes Wohnklima, denn sie bringen Licht und Sonne ins Haus.

    Vor allem große Fensterflächen mit schlanken Profilen bringen viel natürliches Licht in den Innenraum und erzeugen damit ein modernes, mit dem Außen verbundenes Wohngefühl. Aluminium eignet sich aufgrund der optimalen Tragfähigkeit ohne Verwinden ganz besonders dafür, auch weil heute die Gläser in der Regel aufgrund einer 3-fach Verglasung sehr schwer sind.

    Die Wahl des Fensterwerkstoffs
    Bei der Wahl des Fensterwerkstoffs sind technologische, ökonomische, ökologische und gestalterische Aspekte ausschlaggebend. Aluminiumfenster überzeugen durch Stabilität, einer langen Funktionstüchtigkeit und grenzenloses Design. Alle Größen und Formen in allen architektonischen Stilen sowie hunderten Farben durch Oberflächenveredelung sind möglich. Eine lange Lebensdauer, minimale Wartung und ein stabilen Wert machen Aluminiumfenster zur wirtschaftlichsten Entscheidung. Aluminiumprofile werden nach ihrem Einsatz ohne Qualitätsverlust recycelt und stehen durch Einschmelzen wieder als hochwertiges Metall zur Verfügung.
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  • 2013.04.11
    Ewald StücklerZum Profil
    Ewald Stückler

    Darum prüfe, wer sich bindet...

    In der Bürolandschaft erkennen wir einen klaren Trend zur Professionalität in der Standortsuche und Standortplanung. Wurde noch vor einigen Jahren ein neuer Standort sehr pragmatisch gesucht - „Was ich jetzt habe, brauche ich auch am neuen Standort“ - so war auch der Mega-Gau vorprogrammiert! Zu wenig Mietfläche, falscher Grundriss für meine Büronutzung, eigentlich die falsche Lage, Mitarbeiterunzufriedenheit,… die Liste lässt sich endlos fortführen.
    Firmen stehen im Wettbewerb um die besten Mitarbeiter, der WAR OF TALENTS ist voll im Gange. Nur Firmen, die den Mitarbeitern ein optimales Arbeitsumfeld liefern, werden auch die Mitarbeiter bekommen, welche über den Tellerrand hinausschauen und als echter Mehrwert im Unternehmen aktiv sind.

    In den letzten Jahren wird immer ausgeprägter vor Beginn einer Standortsuche - gemeinsam mit der Geschäftsleitung - ein Raum- und Funktionsprogramm, sowie ein abgestimmtes Bürokonzept entwickelt.
    In Abstimmung mit den Hard Facts (Gebäudeausstattung, Lage, Mietpreis, Betriebskosten) und den Soft Facts (Infrastruktur, Freizeitangebot, etc.), sowie Außendarstellung des Unternehmens (nur Gebäude kommen in Frage, welche nachhaltig gebaut sind, etc.), wird eine Datenbank mit allen Muss-, Kann-, und KO-Kriterien für die Standortsuche entwickelt. Somit können Unternehmen, nachdem Sie Ihre Hausaufgaben gemacht haben, sehr einfach und transparent ihre Standortentscheidung treffen. Es gibt somit am Ende des Tages keine böse Überraschung und nach Unterzeichnung des Mietvertrages beginnt die Improvisation im neuen Gebäude zu leben.
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  • 2013.03.29
    Fabian KaufmannZum Profil
    Fabian Kaufmann

    Handel reloaded

    Die Handelsimmobilie steht vor einer dramatischen Revolution: nicht nur weil der Siegeszug des Internets vieles verändern wird, müssen wir als Developer und Betreiber umdenken. War es über Jahrzehnte völlig ausreichend, immer neue Fachmarkt- bzw. Einkaufszentren auf der grünen Wiese zu entwickeln, sind wir heute gefordert, aus den bestehenden das Beste herauszuholen. Der Neubau kann und wird nicht mehr der Treiber des Wachstums sein, aber wir haben ungenutzte Potentiale bei den bestehenden Objekten. Diese sind nicht alle top, wie Studien laufend belegen (lesen Sie hier  mehr) und hier gilt es die Potentiale zu identifizieren und zu heben. Diese Underdogs können mit hohem Fachwissen umgebaut, adaptiert und mit Leben gefüllt werden.
    In unserer Unternehmensgruppe CC Real erleben wir genau diese Entwicklung: haben wir seit den 90er Jahren Zentren neugebaut und mit unseren drei Einkaufszentren in Kroatien   bewiesen, dass auch in der größten Wirtschafts- und Finanzkrise der Neuzeit Neuentwicklungen im Markt positionierbar sind, konzentrieren wir uns jetzt auf Bestandsobjekte. Mit dem Center West  in Graz, welches wir gemeinsam mit Partnern 2012 kaufen konnten, treten wir den Beweis an, ein bestehendes Einkaufszentrum zu verjüngen. Dabei werden viele Aktivitäten hinterfragt und mit einem feinabgestimmten Maßnahmenpaket neue Qualitäten ermöglicht – wir sind überzeugt, dass uns der Erfolg nach der Fertigstellung der Maßnahmen im Herbst 2013 Recht geben wird. Dabei ist für uns Nachhaltigkeit keine Worthülse, sondern gelebte Realität. Und wir wissen, dass gerade der Bestand den größten Hebel für die Nachhaltigkeit bietet.

    In der Ruhe der Osterzeit sehe ich Handelskonzepte, die in die Stadt kommen – Konzepte, die es bisher nur außerhalb gab, werden zu den Menschen kommen und damit die Anfahrtszeiten sowie die Verkehrssituation beruhigen. Ich sehe die Herausforderungen, die Verbindung von Internet und stationärem Handel als Chance zu verstehen. Unsere Aufgabe als Developer und Center ManagerInnen wird es sein, unsere bestehenden Objekte aktiv zu managen und Lebensräume für Menschen zu schaffen. Räume, in denen Begegnungen, Emotionen und natürlich Einkäufe stattfinden, in denen die MitarbeiterInnen unserer Mieter gesund und produktiv arbeiten können, in denen unsere KonsumentInnen das wertvollste ihres Lebens verbringen: Zeit. Und am Ende zählt, wer lächelt, wer glücklich ist, kauft auch gerne ein und vor allem kommt wieder. Das sind die guten Nachrichten. Die schlechte Nachricht für alle ist: es bleibt nichts wie es ist und es liegt an uns, „Handel reloaded“ zu ermöglichen.
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  • 2013.03.14
    Karl PlobergerZum Profil
    Karl Ploberger
    • Karl Ploberger

    Biologisch Gärtnern heißt nachhaltig denken

    Karl Ploberger ist Österreichs bekanntester Biogärtner. In seinen Büchern verhilft er seinen Lesern mit wenig Aufwand zu wunderschönen Gärten. Mit der ORF-Sendung "Natur im Garten" wurde der Oberösterreicher landesweit bekannt. Seine unkomplizierten Gartentipps sind bei Hobbygärtnern sehr gefragt.

    Gärten bestehen nicht bloß aus Bäumen, Sträuchern und Blumen – zum wahren Paradies wird ein Garten erst, wenn er mit Leben erfüllt ist. Daher wird schon bei der Planung auf das Gleichgewicht von Tieren und Pflanzen Rücksicht genommen. Ein Stück Paradies, das der Mensch schafft und als Natur aus zweiter Hand bezeichnet werden kann.
    Es beginnt mit den kleinen Oasen für Tiere – den Laufkäfern, die sich unter dem Laub verstecken, das als Mulch unter einer Wildsträucherhecke liegen bleibt. Genau in so einer Hecke ist das Leben (siehe Kapitel „Wildsträucher“) am Vielfältigsten – von den vielen Vögeln bis hin zu den Eichkätzchen, die sich die Nüsse holen.
    Ein großes Naturparadies ist aber auch der Gartenteich, das Feuchtbiotop: mit Libellen, Kröten, Molchen, Ringelnattern.

    Der Totholzhaufen
    Es ist die oft vergessene Oase am Rand des Gartens – ein kleines wildes Eck, wo Brennnessel wachsen dürfen und damit den Raupen des Tagpfauenauges Futter geben. Wo aber auch alte Wurzelstöcke liegen bleiben, Baumteile verrotten oder Äste und Laub – wie zufällig aufgeschichtet – liegen. Es mag einem Laien als „unordentlich“ erscheinen. Macht man aber einen Blick genauer auf dieses Eck, dann bewahrheitet sich der alte Spruch: „Es gibt nichts lebendigeres als ein Stück Totholz“.
    Pilze erobern schon nach kurzer Zeit das Holz und durchwachsen es mit ihrem Mycel. Geschätzte 25 Prozent aller in Mitteleuropa lebenden Käfer sind auf zerfallendes, verfaulendes und verrottendes Holz angewiesen. Und – als Teil der Nahrungskette – eine wichtige Grundlage für das Leben vieler anderer Tiere, die von diesen Insekten leben. Denken wir nur an den Specht, der in alten Bäumen nach Larven sucht und zum Teil tiefe Löcher hämmert, die wieder Nistmöglichkeiten für andere Tiere bietet.
    Gerne verstecken sich in solchen Totholzhaufen Mauswiesel (ein wichtiger Regulator bei Wühlmausproblemen) und diverse Mäuse. Darunter auch die Haselmaus – ebenfalls ein kleiner aber wichtiger Schädlingsregulator, der gerne Raupen, Schneckeneier und viele andere Insekten vertilgt.

    Insektenhaus
    Gerade in den letzten Jahren sind die Insektenhäuser („Hotels“) ein beliebtes Gestaltungselement in einem Garten geworden. Was vor zwanzig Jahren noch unmöglich gewesen wäre, sorgt jetzt für Begeisterung und zeugt von einem neuen Verständnis für die Natur. Schwebfliegen, Solitärbienen und viele andere Insekten nisten sich in den angebohrten Holzstücken, den Strohhalmen und den Lehmziegeln ein, legen die Eier ab und bilden ein wichtiges Glied im Ökosystem: als Schädlingsregulator (z.B. Blattläuse) oder als Bestäuber von Obstbäumen. Der Standort für solche Insektenhäuser sollte immer ein vollsonniger Platz  an der Südseite des Hauses oder eines Schuppens sein, damit das Holz rasch abtrocknet und die Brut nicht durch Pilze vernichtet wird. Wird es frei aufgestellt, dann muss ein Dach das Haus vor Regen schützen.
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    1 Kommentar
    • Wolfgang Schuster @ 29.03.2013
      Super Gedanken. Danke.
  • 2013.03.01

    Blue Buildings - Mehrwert einer DGNB Zertifizierung

    Eine DGNB Zertifizierung bedeutet die integrale Nachhaltigkeitsbewertung und Umsetzung im interdisziplinären Planungsteam von der Projektentwicklung bis zur systematischen Übergabe an den zukünftigen Nutzer.

    In die Betrachtung fließt auch die Nutzungsphase und schließlich die Rückbaubarkeit und Verwertbarkeit der Immobilie mit ein. Dabei werden alle Dimensionen der Nachhaltigkeit über den gesamten Lebenszyklus mit dem Ziel der Schaffung von qualitativ hochwertigem Innenraum für verschiedenste Gebäudetypen in einem nachhaltigen Bauwerk analysiert, bewertet und dem Planungsteam zur Verfügung gestellt.

    Die Funktion des DGNB Systems soll über das Zertifikat hinaus als  planungsbegleitendes Optimierungs- und Qualitätssicherungstool über alle Phasen eingesetzt werden. In meiner Tätigkeit als Auditor bringe ich mich als Teil des Planungsteams in den Gesamtprozess ein.
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    3 Kommentare
    • Philipp Kaufmann @ 02.03.2013
      Danke Adi!
      Du bist ein Wissender. Mit Dir macht die Arbeit richtig Spaß.
    • Franz Klein @ 02.03.2013
      Wo finde ich mehr Infos?
    • Heinz Mayer @ 02.03.2013
      Ich bin von der Qualtität begeistert. DGNB rechnet sich. Danke.
  • 2013.02.01
    Franz WaglhuberZum Profil
    Franz Waglhuber

    Es muss nicht immer „neu“ sein!

    Unlängst hat ein Artikel in einem Wirtschaftsmagazin mein Interesse geweckt, wonach Produkte immer kurzlebiger werden oder ihren Dienst versagen und ausgetauscht werden müssen. Ein krasser Gegensatz zum aktuellen Ökotrend und dennoch scheint das Wegwerfen groß in Mode zu sein. Viele Produkte erwecken den Eindruck, mit einem „geplanten Ablaufdatum“ versehen zu sein. Dies wage ich nicht zu behaupten, dennoch ist es offensichtlich, dass verschiedene Produkte scheinbar nicht mehr für einen langfristigen Gebrauch konstruiert werden. Doch die Schuld hierfür den Produzenten oder der Industrie zu geben, wäre bei Weitem zu kurz gegriffen. Ja, wir verfügen einerseits über immer bessere Technologien und Materialien, die es ermöglichen sollten, Produkte mit hoher Haltbarkeit zu produzieren. Andererseits geht die Entwicklung neuer Funktionen dermaßen rasant voran, dass diese Langlebigkeit mit dem Kundenwunsch nach effizienten und topmodernen Produkten im Widerspruch steht.

    Und genau sind wir alle gefordert, uns die Frage nach der Nachhaltigkeit zu stellen: (wann) ist es sinnvoll, ein altes Produkt gegen ein aktuelleres auszutauschen?

    Im Immobilienbereich gestaltet sich ein Austausch natürlich schwieriger, ist er doch gleichzusetzen mit Abriss und Neubau. Zumal hier die These der kurzlebigen Materialien nicht greift: die Bestandteile des Produkts „Gebäude“ sind in der Regel jahrzehntelang haltbar. So kann es nur sinnvoll sein, den Ziegel, der bereits produziert ist, so lange wie möglich zu verwenden. Durch die gezielte Aufwertung des Bestandes durch Umbau und Sanierung ist es möglich, ressourcen- und kostenaufwändige Neubauten im Sinne der Nachhaltigkeit zu vermeiden, ohne auf moderne Funktionen („Smart Building“) und Komfort verzichten zu müssen. Produkte können also durchaus lange UND effizient genützt werden. Die Bau- und Immobilienbranche zeigt´s vor.
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    1 Kommentar
    • Chris Walter @ 20.03.2013
      und da haben wir in der Immo Branche wahsnsinns Potential ;-))
  • 2013.01.01
    Philipp KaufmannZum Profil
    Philipp Kaufmann

    Ihr Engagement ist gefragt!

    Der Paradigmenwechsels in der Bau- und Immobilienwirtschaft hin zur Nachhaltigkeit kann nur gelingen, wenn wir alle Kräfte bündeln. Aus diesem Grund laden wir Sie zu Beginn des Jahres 2013 ein, sich für die Nachhaltigkeit zu engagieren. Die ÖGNI bietet Ihnen unterschiedliche Möglichkeiten:

    • Feedback und Input für die Weiterentwicklung des DGNB Systems bzw. der ethischen Unternehmenszertifizierung – wenn Ihnen bei der Anwendung der Systeme Themen aufgefallen sind oder Sie Verbesserungsvorschläge haben, ersuchen wir um Information darüber. Bitte wenden Sie sich direkt an Andreas Liska unter +43 (1) 997 1809 50 bzw. andreas.liska@ogni.at .
    • Bringen Sie sich als Experte bei einem Expertenkreis ein. Der Vorstand wird Sie dazu ernennen, wenn Sie in Ihrem Feld ein (internationaler) Experte sind.
    • Erarbeiten wir gemeinsam konkrete Empfehlungen, Leitfäden, Positionspapiere oder Kodizes. Für zahlreiche Themen gibt es bereits bestehende Arbeitsgruppen und wenn ein weiteres Thema wichtig ist, dann lassen Sie es uns wissen, damit wir bei Bedarf eine neue Arbeitsgruppe ins Leben rufen.
    • Präsentieren Sie sich bzw. Ihr Unternehmen auf www.ogni.at/experten. 
    • Bringen Sie sich bei der Blue Building Challenge ein. Ihre Ideen, Produkte bzw. Sie als Person sind gefragt und auf www.blue-building-challenge.at  schaffen wir Ihnen eine Bühne.
    • Schreiben Sie als Experte einen Beitrag auf dem Blog der Nachhaltigkeit
      (www.ogni-blog.at ) – wir werden diese Beiträge auch im Print präsentieren und in einer Jahrespublikation veröffentlichen. Sie schaffen sich und ihren Ideen damit Öffentlichkeit.
    Wie Sie sehen, gibt es eine breite Möglichkeit für ein Engagement und das beste dabei:
    Sie zahlen dafür nichts extra. So sind auch die Medienkooperationen für die Blue Building Challenge und die Veröffentlichung der Blog-Beiträge eine Leistung der ÖGNI – wir brauchen Ihre Ideen und dafür sollen Sie nicht extra bezahlen. Sie finden in den beiliegenden Unterlagen die Möglichkeit, sich für die Expertenkreise und Arbeitsgruppen näher zu informieren. Lassen Sie uns aus der Branche für die Branche die Nachhaltigkeit einen Schritt weiter bringen.

    Wir freuen uns über Ihr Engagement!
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  • 2012.11.14
    Heimo RollettZum Profil
    Heimo Rollett

    Klagen statt Aufklärung

    Jetzt wird’s ernst! Ab dem 1.12.2012 gilt der neue Energieausweis und es gibt endlich auch Sanktionen. Immerhin 1.450 Euro Verwaltungsstrafe drohen nun bei Unterlassung der verpflichtenden Vorlage. Die Hoffnung keimt auf, dass die Initiative vielleicht doch etwas bewirkt. Denn der Immobilienbestand ist der Schlüssel bei der Erreichung nachhaltiger Ziele. Jeder kennt mittlerweile die 40 Prozent: So viel des Energieverbrauchs in Europa entfällt auf die rund 160 Millionen Gebäude. Die Neubauten, die durchwegs nach modernen klimaschonenden Standards errichtet werden, spielen dabei fast keine Rolle.

    Ferdinand Rock von Jones Lang LaSalle Deutschland glaubt, dass es um den Bestand – aus Eigentümersicht – noch viel kritischer steht. Rock sieht in der nächsten Dekade bei Büroimmobilien eine "beschleunigteWertminderung und verkürzte Lebenszyklen" auf uns zukommen, wie er in einem aktuellen Bericht schreibt. Dies hänge u.a. mit den steigenden rechtlichen Anforderungen im Bereich Nachhaltigkeit zusammen. Rock weiter: "Vor diesem Hintergrund muss ein großer Teil des europäischen Büroflächenbestands als "alt" bezeichnet werden. Hierzulande stammen fast 60 Prozent des gewerblich genutzten Immobilienbestands aus der Zeit zwischen 1950 und 1960. In Großbritannien sind es rund 20 Prozent. In Paris sind mindestens zwei Drittel des Bestands mehr als 20 Jahre alt. Der Aufwand, ältere Gebäude in Schuss zu halten, wird mit steigendem Alter immer größer und kapitalintensiver."

    Der Energieausweis wird uns hier weder in Frankreich noch in Österreich weiterhelfen. Das einzige was er schafft, ist das Privatpublikum zu verwirren und alle Aufmerksamkeit auf die Energiehysterie zu lenken – als ob es bei der Nachhaltigkeit nur darum ginge.

    Für Österreich jedenfalls vermuten so manche Experten, dass es weniger zu einer Aufklärung oder zu einer groben Veränderung der Objektwerte kommen werde, als dass sich Makler aufmerksam die Inserate ihrer Kollegen ansehen und sich untereinander mit Klagen eindecken werden. Ob das das Ziel der EU war?
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    • Heinz Schmid @ 15.11.2012
      Endlich ist es einmal ausgesprochen. Hoffentlich liest diesen Eintrag die EU.
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