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  • 2013.11.20
    Christian PfeifferZum Profil
    Christian Pfeiffer

    UMWELTFÖRDERUNGEN - Wissen, was für Sie drin ist.

    Die höheren Investitionskosten beim Nachhaltigen Bauen sind immer noch ein Hauptgrund für Bauherren, konventionell zu bauen. In der Regel werden höhere Investitionskosten nicht nur durch geringere Kosten im Betrieb kompensiert, sondern vor allem auch durch Förderungen. Dazu gibt es in Österreich verschiedene Anträge für Landes- oder Bundesförderung- es wird dabei mit jedem Jahr schwieriger, den Durchblick zu behalten.

    Förderrichtlinien und Fördertöpfe unterliegen einem steten Wandel und erfordern zunehmende Expertise und laufende Beschäftigung mit dem Thema. Deshalb kann hier auf das Wissen von spezialisierten Unternehmen zurückgegriffen werden. Die Firma UWEK Gmbh etwa, langjähriges ÖGNI-Mitglied, hat sich auf das Thema der Umweltförderungen von Betrieben spezialisiert. Zu den wichtigsten förderfähigen Maßnahmen in der Bau- und Immobilienwirtschaft zählen dabei Thermischen Sanierungen,Energieeffiziente Neubauten, Beleuchtungsumstellungen sowie Energieträgerumstellungen.

    Als grobe Richtlinie gilt: Überall dort, wo Investitionen mit Energieeffekten getätigt werden, sind Förderungen möglich und sinnvoll. Dank der langjährigen Erfahrung und der engen Zusammenarbeit mit den jeweiligen Förderstellen ist es unser erklärtes Ziel, das Förder-Optimum für unsere Kunden zu erreichen.
    Individuelle Analyse und maßgeschneiderte Optimierung sind die Schlüsselwörter, wenn es um Umweltförderungen geht, denn jedes Projekt ist individuell zu betrachten. Gemeinsam mit dem Kunden sind alle Schritte bis zur Auszahlung der Fördersummen zu planen. So sind wir zum Beispiel während des Förderprozesses laufend mit den zuständigen Architekten, Planern und Bauherren in Kontakt, nehmen an Baubesprechungen teil, erstellen bei Bedarf Energieausweise und prüfen die örtlichen Gegebenheiten.

    Gerade bei nachhaltiger Bauweise können Umweltförderungen eine wesentliche Säule der Finanzierung darstellen. Bei Fragen zum Thema der gewerblichen Umweltförderung stehe ich gerne zur Verfügung.

    Christian Pfeiffer

    Fördermanager
    UWEK GmbH
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  • 2013.10.29
    Harald GregerZum Profil
    Harald Greger

    Urban Mining - Den Recycling-Kreislauf in Schwung halten

    Aufgrund der weltweiten ständigen Verknappung der Rohstoffe und steigender Rohstoffpreise gewinnt "Urban Mining" immer mehr an Bedeutung. Mit "urbanen Minen" ist gemeint, dass Städte wie Bergwerke genutzt werden können: Es geht um die Suche nach Rohstoffen, die in Alltagsgegenständen, Gebäuden und der Infrastruktur verbaut sind – und die man künftig als neue Rohstoffquellen nutzen möchte. Die Gebäude von heute helfen bei der Sicherung der Rohstoffversorgung von morgen. Eine gute und umfangreiche Planung und Bewertung von Gebäuden ist unverzichtbar, um "städtische Minen" für zukünftige Generationen zugänglich zu machen.

    Aluminium als ökoeffizienter Werkstoff
    Aluminium spart aufgrund seiner hohen Recyclingfähigkeit Ressourcen und kann in Zukunft entscheidend zu einer nachhaltigen Rohstoffversorgung beitragen. In Bauanwendungen sind dank der langen Lebensdauer von Aluminiumprodukten weltweit rund 200 Millionen Tonnen Aluminium in Gebrauch. Sie werden beim Rückbau gesammelt und bei einem Energieeinsatz von nur 5 % im Verhältnis zur Primäraluminiumproduktion recycelt. In Europa werden über 96 % des in Gebäuden eingesetzten Aluminiums gesammelt und recycelt. Der Aluminiumbedarf wird zu rund 40 %  über das Recycling von Altaluminium gedeckt - Tendenz steigend.

    An Aluminiumprodukten gehen in Deutschland, Österreich und der Schweiz derzeit jährlich rund 600.000 Tonnen in den Bausektor (Österreich: rund 45.000 Tonnen). Aufgrund der langen Lebensdauer von Gebäuden baut sich hier ein gigantisches Rohstoffreservoir auf, das über fünf Jahrzehnte gesehen rund 30 Millionen Tonnen Aluminium beträgt.(1) "Derzeit kommt auf jeden Österreicher durchschnittlich ein Materiallager von rund einer Tonne Aluminium." Das errechneten Forscher der TU Wien rund um Helmut Rechberger , der ein österreichischer Vorreiter im Feld des "Urban Mining" ist.

    Recycling wichtiges Kriterium für Ökobilanz

    Für die ökologische Beurteilung von Aluminiumfenster müssen neben der Herstellung auch die Nutzung und das Recycling herangezogen werden. Dies entspricht dem Grundprinzip der Ökobilanzierung. Für die erstmalige Herstellung von Aluminium aus Bauxit wird Energie für die Förderung, für die Erzaufarbeitung und für die Elektrolyse benötigt. Diese einmal aufgewendete Energiemenge bleibt aber im Metall gespeichert. Aluminiumprofile werden nach ihrem Einsatz ohne Qualitätsverlust recycelt und stehen durch Einschmelzen wieder als hochwertiges Metall zur Verfügung. Das Umschmelzen von Schrotten bringt eine Stromersparnis von bis zu 95 % gegenüber der Herstellung aus Tonerde.

    Recycling von Aluminium bedeutet:
    - 95 % weniger Energie und
    - 95 % weniger CO2-Emissionen als für die Gewinnung von Primäraluminium.(2)

    Die österreichische Aluminiumindustrie erzeugt jährlich rund 200.000 Tonnen Umschmelzaluminium auf Basis von Recyclingaluminium.(3) Laut Gesamtverband der Aluminiumindustrie (GDA) nahm die weltweite Produktion von Umschmelz- oder Recyclingaluminium im Jahr 2010 gegenüber dem Vorjahr um 4,7% zu. Es wurden von den weltweit produzierten 8 Millionen Tonnen Umschmelzaluminium rund 43% auf dem amerikanischen Kontinent, rund 29% in Europa und rund 25% in Asien produziert. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie hier .

    Literaturquellen:
    (1) Alu D.A.C.H, GDA: Broschüre: An die Zukunft denken - mit Aluminium bauen, 2012, S. 14/15
    (2) Alu D.A.C.H, GDA: Broschüre: An die Zukunft denken - mit Aluminium bauen, 2012, S. 14/15
    (3) Fachverbände Bergbau-Stahl und NE-Metall: Nachhaltigkeitsbericht 2010/2011, 2012, S. 35
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  • 2013.10.17
    Willibald  Kaltenbrunner Zum Profil
    Willibald Kaltenbrunner

    Smart Cities – mehr als nur nachhaltige Gebäude

    Sind Ihnen schon einmal auf der Donauuferautobahn (A22) nach Wien kurz vor der Auffahrt Nordbrücke 3 Plakate aufgefallen? Das erste lautet „Wien hat 1,8 Millionen Gehirne“, das zweite darauffolgende „Nutzen wir sie“. Und auf dem 3. Plakat erfährt man des Rätsels Lösung „Smart City Vienna“.
    In den nächsten Jahrzehnten wird Wien auf über 2 Mio. Gehirne anwachsen, allein der Zuwachs im Jahr 2012 betrug rund 26.000 Menschen. Besonders der „smarte“ Umgang mit der damit verbundenen Verdichtung der Stadt, die trotzdem eine hohe Lebensqualität ermöglicht, ist wesentlich für die BewohnerInnen. Die ambitionierten Ziele der Smart City können nur mit der Identifikation aller Beteiligten erreicht werden.
    Um Stadt- und Quartiersentwicklung langfristig und sinnvoll gestalten zu können, arbeiten wir von denkstatt mit einem  „Nachhaltigkeitskompass“. Dieses Bewertungsinstrument unterstützt bei der Komplexität des Thema durch kommunizierbare Standards, klare Ziele und eine sichere Planung. Aber auch dabei, dem Wesen der Stadt gerecht zu werden. Denn Stadt steht für Vielfalt und für eine nachhaltige Entwicklung braucht es individuellen Spielraum genauso wie Beteiligung.

    Derzeit wird nachhaltige Quartiersentwicklung nur in Ansätzen umgesetzt. In Zukunft wird es eine verstärkte Vernetzung und Zusammenarbeit von Stadtplanung und Objektplanung brauchen. Denn dieser Weg bedeutet weit mehr als die Summe nachhaltiger Gebäude in einem Stadtquartier.
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  • 2013.10.08
    Johannes StockingerZum Profil
    Johannes Stockinger

    Heizwärmebedarf – eine sinnlose Vergleichsgröße?

    Seit der Einführung von Energieausweisen in Österreich im Jahr 2004 sind fast 10 Jahre vergangen. Was damals als unglaubliche Neuerung galt ist heute anerkannter Status und gilt kaum mehr als Geheimwissenschaft – der Heizwärmebedarf.
    Als eine Art Wettbewerbsmotor hilft er im Vergleich zwischen Gebäuden den Besseren zu einer größeren Fördersumme. Doch seit der Einführung der OIB-Richtlinie 6 in den verschiedenen Bundesländern und deren Novelle im Jahr 2011 ist vielen Fachleuten klar geworden, dass es noch weitere Vergleichsgrößen gibt, die näher an der energietechnischen Qualität (Endenergiebedarf) und auch bei den ökologischen Auswirkungen (Primärenergiebedarf und Kohlendioxidemissionen) tatsächliche Vergleiche ermöglichen.
    Alle haben sie jedoch eines gemeinsam – sie spiegeln weder reale Energieverbräuche noch tatsächliche Auswirkungen wieder. Auf Basis von Klimamodellen, Nutzerverhalten, haus- und energietechnischen Kennzahlen helfen diese Zahlen dem Planer, Bauherren aber auch Förderstellen, den Vergleich von Gebäuden, Bauformen, haustechnischen Lösungen, Standorten oder auch Nutzungsstrategien zu verbessern und sinnvoll Entscheidungen zu treffen.
    Vorsicht sollte man allerdings immer sein, wenn ein Fachmann diese Zahlen verwendet um Strom- oder Pelletsbedarf vorherzusagen. Besonders hellhörig sollte man werden, wenn dies auf Basis des Heizwärmebedarfs passiert!
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  • 2013.09.05
    Marek KocherZum Profil
    Marek Kocher

    Positives Raumklima durch begrünte Wände

    Eine Florawall, also eine vertikal begrünte Wand für Innenräume, hat eine Vielzahl an positiven Wirkungen. Zum ersten Mal in Europa wurden diese Effekte mit einer wissenschaftlichen Studie belegt. Bei einer objektiven Untersuchung an der FH Burgenland wurde die Florawall nach wissenschaftlichen Kriterien getestet und zusätzlich auch noch im Rahmen einer Diplomarbeit untersucht.

    Die Wissenschaftler gingen bei der Analyse zweigleisig vor: Bei der Laboruntersuchung wurde die Florawall über 3 Monate in einer Klimakammer getestet. Parallel wurden unter Realbedingungen, die subjektive Wirkung und die Raumklimaauswirkungen untersucht. Dazu gab es eine Gruppe, die eine Florawall im Raum hatte und eine Vergleichsgruppe ohne Florawall. Durch das Parallel-Setting können fundierte Aussagen sowohl über die Labor- als auch über die Realbedingungen getroffen werden.

    Bei der Studie konnte nachgewiesen werden, dass eine Florawall
    • die Raumfeuchtigkeit erhöht
    • für einen deutlich erhöhten Schallschutz sorgt
    • die CO2 Konzentration reduziert und eine positive Auswirkungen auf die Gesundheit aber auch auf das subjektive Wohlbefinden hat

    Arbeitsplatz-Klima
    Trockene Augen, Konzentrationsschwächen, Kopfweh, erhöhte Krankenstände und Absenzzeiten – kurz gesagt alles, was auch als Sick Building Syndrom bekannt ist – können demnach mit einer Florawall deutlich verringert bzw. vermieden werden. Der erschreckende Ist-Zustand in heimischen Büros ist von den gesetzlichen Vorgaben nämlich weit entfernt. Vorgeschrieben sind laut ArbeitnehmerInnenschutzgesetz mindestens 40 % Raumfeuchtigkeit, tatsächlich kämpfen die meisten Büroangestellten belegbarerer Weise mit Werten von nur 18 bis 25 % Raumfeuchtigkeit. Was im Sommer noch erträglich ist, wird spätestens in der Heizperiode im Winter zur Qual.
    Die Ergebnisse weisen einen eindeutigen Zusammenhang zwischen dem Einsatz einer Florawall und der Verbesserung der Raumfeuchtigkeit nach. Gerade in Büroräumlichkeiten, aber auch in fast allen anderen Immobilien ist zu trockene Luft oftmals ein gesundheitliches Manko. Mit einer Florawall lässt sich die Raumfeuchtigkeit konstant heben, was positive Auswirkungen auf die Gesundheit aber auch auf das subjektive Wohlbefinden der Gebäudenutzer zur Folge hat, wie die Untersuchungen zeigen.

    Akustik
    So nachhaltig viele neu geplante Gebäude sind, ein großes Problemfeld dabei ist jedoch die Akustik in den Räumen. Durch innovative Klimasysteme dürfen etwa Decken nicht mehr abgehängt werden, was einen hohen Lärmpegel zur Folge hat. Gerade in Großraumbüros, Lobbys und Besprechungsräumen verhindert dies ein produktives Arbeiten bzw. einen angenehmen Aufenthalt. Der direkte Vergleich von Räumen, in denen eine Florawall steht zu jenen in denen keine steht, zeigt, dass in den Räumen mit Florawall die Nachhallzeit merklich gesenkt wird.

    CO2-Reduktion
    Noch ein Wort zum bösen CO2: Die Studie hat ja sowohl objektive Messungen und subjektives Befinden erfasst. Dabei konnte etwas Verblüffendes festgestellt werden: Zwar wird durch den Einsatz der Florawall eine CO2-Reduktion erzielt, was für das Wohlbefinden des Körpers positiv ist, allerdings kann die Reduktion vom Menschen nicht wirklich wahrgenommen werden. Dennoch geben die Befragten an, sich besser zu fühlen – ein Paradoxon. Als mögliche Erklärung kann auf die subjektive, beruhigende und "gesundheit-ausstrahlende" Wirkung der Florawall verwiesen werden. Am Ende ist’s wurscht: Wenn’s nachweislich gesünder UND sich der Nutzer besser fühlt, haben alle was davon!
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  • 2013.07.09
    Matthias RatheiserZum Profil
    Matthias Ratheiser
    • Weatherpark Geschäftsführer

    Heiße Städte im Klimawandel

    Mitte Juni 2013 war es in der Innenstadt von Wien an vier Tagen hintereinander über 30°C heiß. Das ist kein Einzelfall, denn die mittlere Anzahl der Tage pro Jahr mit einem Maximum von mehr als 30°C hat sich seit der Mitte des 20. Jahrhunderts auf 15 fast verdoppelt. Dieser Effekt ist eine Folge des Klimawandels, den wir derzeit miterleben. Doch welche Auswirkungen hat der Klimawandel auf die Planung von Städten und Gebäuden?

    Der Klimawandel wird, soweit es die bisher entwickelten Szenarien erkennen lassen, die einzelnen meteorologischen Parameter verändern und daher auf das Wohlbefinden der Menschen im Freien – den so genannten Humankomfort - Einfluss nehmen. Auf Stadtgebiete trifft dies in besonderem Maße zu, da einige der relevanten Faktoren durch die städtische Bebauung eine zusätzliche Verstärkung erfahren. Der Effekt der städtischen Wärmeinsel etwa, der den Temperaturgegensatz zwischen Stadt und Land zum Ausdruck bringt, führt bei einem durch den Klimawandel induzierten generellen Anstieg der Lufttemperatur zu einer überproportional stärkeren Zunahme der Temperatur in Ballungsräumen. Das bewirkt eine Ausweitung der Zonen mit Hitzestress im Stadtgebiet, was wiederum die Zahl der Hitzetoten ansteigen lassen wird. Dem kann durch eine geeignete Freiraum- und Stadtgestaltung, die die meteorologischen Zusammenhänge berücksichtigt, entgegen gesteuert werden. Derzeit wird etwa in Paris eine Umgestaltung des Place de la République nach Humankomfort-Kriterien durchgeführt (stark reflektierende Oberflächen, Wasserspiele, Schattenspender,...).

    Wichtig ist, dass die Begrifflichkeiten und Phänomene richtig benannt werden. Denn der Wärmeinseleffekt (z.B.: Gebäude der Stadt speichern unter Tags Energie und geben diese in der Nacht ab und halten so die Lufttemperatur höher als in der Umgebung) ist in mitteleuropäischen Städten in klaren Winternächten am stärksten ausgeprägt. In einer Dezember-Nacht 2010 war etwa der Temperaturunterschied zwischen der Innenstadt in Wien (-6,4°C, „warme“ Insel) und dem nahe Wien gelegene Groß Enzersdorf (-20°C, kalte Umgebung) 13,6°C. An einem heißen Sommernachmittag 2011 hatte die Innenstadt 33,5°C, Groß Enzersdorf 33,0 °C. Aber auch mit einem schwachen Wärmeinseleffekt unter Tags wird im Sommer die Stadt als (viel) heißer als die ländliche Umgebung empfunden. Dies ist jedoch hauptsächlich auf die bisherige Planung, Gestaltung und Umsetzung von Gebäuden und Freiflächen in der Stadt zurückzuführen. Denn diese bewirken tagsüber oftmals eine Verringerung des Humankomforts und nicht so sehr eine Erhöhung der Lufttemperatur in der Stadt im Vergleich zum Umland. Zusätzlich haben Hitzeperioden mit niedrigem Humankomfort in der Stadt auch noch hohe Temperaturminima in der Nacht und verhindern somit eine Erholung vom Hitzestress (rund 4-5°C Unterschied zum Land). Als Folge sind vermehrt Gesundheitsprobleme und eine höhere Sterblichkeit im Zuge von Hitzeperioden zu beobachten.

    Für ein nachhaltig verträgliches Stadtklima ist die Sicherstellung einer ausreichenden Versorgung mit (kühler) Frischluft entscheidend. Eine gute Belüftung wird erreicht, indem bestehende Luftschneisen nicht durch Bebauung blockiert und in dem neue Wege für die Frischluft geschaffen werden. Weiters ist die Schaffung und richtige Positionierung von Grünzonen für die Frischluftversorgung bedeutend. Außerdem sollten bei der Planung von Gebäuden Freiräume vorgesehen werden, die angenehme Verhältnisse für einen längeren Aufenthalt schaffen.  Maßnahmen, die die erwähnten hohen gefühlten Temperaturen abmildern, werden immer wichtiger, da ja bereits jetzt im Sommer an 15 Tagen oder mehr die 30°C-Marke überschritten wird.

    Die erwähnten Werkzeuge gemeinsam mit dem Know-How von Meteorologen ist für die nachhaltige Planung und Gestaltung unserer klima(wandel)angepassten Städte unentbehrlich. Diese beginnt bei der nachhaltigen Planung der einzelnen Gebäude, weshalb daran gearbeitet wird, das Thema Mikroklima in das Zertifizierungssystem der ÖGNI aufzunehmen.


    Mag. Matthias Ratheiser
    Mag. Simon Tschannett
    Mag. DI Wolfgang Gepp

    Geschäftsführer, Weatherpark  GmbH – Meteorologische Forschung und Dienstleistungen
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    2 Kommentare
    • Georg Heinz @ 11.07.2013
      Das neue Wissen finde ich richtig gut und stimmig; gerade bei diesem Sommer. Echt gut geschrieben, da es für mich lesbar ist.
    • Susanne Ausserer @ 11.07.2013
      Danke. Super Input. Endlich verstehe ich es.
  • 2013.07.02
    Christian WetzelZum Profil
    Christian Wetzel

    Jetzt neu: Lebenszyklus-Rendite

    Im Rahmen der Lebenszykluskostenanalyse werden die Herstellungskosten, die Kosten innerhalb der Nutzungsphase und die Rückbaukosten eines Gebäudes untersucht. In Ermangelung belastbarer Informationen in der frühen Planungsphase lassen es einige Nachhaltigkeits-Bewertungssysteme (z.B. der DGNB) zur Ermittlung der zu erwartenden Kosten in der Nutzungsphase jedoch zu, einen prozentualen Aufschlag auf die besser bekannten Herstellkosten vorzunehmen. Der Lebenszykluskosten-Ansatz ist somit auf die Herstellungskosten eines Gebäudes fokussiert.

    Es ist nicht verwunderlich, dass bei dieser Herangehensweise Gebäude, die in Top-Lagen errichtet werden, und bei denen aufgrund luxuriöser Ausstattung und hochwertiger Materialien die Herstellungskosten entsprechend hoch ausfallen, auch bei der Betrachtung über die gesamte Lebensdauer hinweg hohe Lebenszykluskosten aufweisen. Da aber in den meisten Nachhaltigkeits-Bewertungssystemen die Lebenszykluskosten die ökonomische Qualität des Gebäudes maßgeblich beeinflussen, kann dies bei einer Nachhaltigkeitsbewertung zu einer insgesamt schlechten Bewertung dieser Immobilien führen. Somit entsteht der Eindruck, dass Gebäude mit hohen Herstellungskosten automatisch "unökonomisch" seien.
    Diese These ist selbstverständlich nicht haltbar, da Gebäude in Top-Lagen hohe Qualitäten aufweisen sollten, um entsprechend hohe Mieteinnahmen oder Verkaufserlöse zu erzielen. Konkret: Nach dem Lebenszykluskostenansatz ist ein Neubau mit Herstellungskosten von 2.500 €/m² und einem Verkaufserlös von 3.000 €/m² tatsächlich "ökonomischer" als ein Neubau mit Herstellungskosten von 5.000 €/m² und einem Verkaufserlös von 12.500 €/m².

    Um diesen Missstand aufzulösen sollte statt der "Lebenszykluskosten" die "Lebenszyklus-Rendite" betrachtet werden. Dieser Ansatz findet bei der BlueCARD bereits Anwendung. Hier werden neben den üblichen Kosten auch die Erträge während der Nutzungsphase berücksichtigt. Dies geschieht in Form von Nettokaltmieten (im eigengenutzten Bereich entsprechend kalkulatorischen ortsüblichen Mieten), die mit Leerstandsraten und Mietsteigerungsraten gewichtet werden.
    Die hierzu notwendigen Informationen werden in den meisten Unternehmen ohnehin bereits ermittelt. Während die Einnahmenseite in der Unternehmenssteuerung und im Controlling detailliert abgebildet wird, sind die Themen Nachhaltigkeit und Kosten hingegen eher im technischen Bereich angesiedelt. Im Sinne einer holistischen Betrachtung von Immobilien über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg, müsste man also nur die ohnehin vorhandenen Daten besser vernetzen.
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  • 2013.06.20

    Smart Cites: Reale Planung oder fernes Ökotopia?

    Immer mehr Menschen ziehen in Städte, die in Folge dessen rasant wachsen. Wien wird in den nächsten Jahrzehnten auf rund zwei Millionen Einwohnerinnen und Einwohner anwachsen. Um sich das konkret vorzustellen: Dieser Bevölkerungszuwachs entspricht der Anzahl an Menschen, die derzeit in Graz wohnen. Nun, um diesen zusätzlichen Menschen ein Zuhause und Infrastruktur zu schaffen, ist es ist wohl keine Option, die Stadt Graz im Marchfeld einfach nachzubauen. (Wobei der Gedanke Charme hätte – man denke nur daran, wie Hallstadt in China nachgebaut wurde.) Doch die grundlegenden Fragen bleiben: Wie soll dieses Wachstum gestaltet werden? Wie nachhaltig sind diese Bebauungen? Was bedeutet das ökologisch, sozial, kulturell und funktional? Konzepte zu „Smart Cities“ sollen dazu Antwort geben.

    Das Wachstum wird nicht nur am Stadtrand stattfinden, sondern auch durch Nachver-dichtung. Alte Bahnhöfe, Kasernen und Fabriken spielen dabei eine wesentliche Rolle. Intelligente Quartierentwicklung im Zentrum wie am Rande der Stadt ist daher wesentlich. Dafür braucht es die richtigen Planungs- und Bewertungstools für alle Themen nachhaltiger Entwicklung: Lebensqualität, soziale Akzeptanz und Inklusion, Technologie- und Wirtschaftsentwicklung sowie Ressourceneinsparung und Klimaschutz. Das DGNB-Bewertungssystem für nachhaltige Stadtquartiere ist hierfür ein gutes Tool. Wichtig ist dabei: In allen Planungsphasen soll Nachhaltigkeit in seiner Vielschichtigkeit berücksichtigt werden. Insbesondere in der frühen Phase werden mit den ersten Konzepten bereits Weichenstellungen gesetzt, die eine spätere nachhaltige Ausrichtung leicht oder schwer machen können. Darüber hinaus gilt es bei allen Beteiligten Raum zu schaffen, um eine gemeinsame Vision und Begeisterung für ein nachhaltiges Quartier aufkommen zu lassen. BauherrInnen, Fachplaner und Behörden müssen sich einig sein, um im Anschluss fixe Kriterien für die angestrebten sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Qualitäten zu erarbeiten. Ob diese Kriterien dann auch in allen Phasen der Umsetzung eingehalten werden, muss laufend überprüft werden.

    So kann es gelingen, dass Smart Cities jetzt schon Wirklichkeit werden. Manche Visionen für die Stadt der Zukunft leben technologische Utopien aus, die stark an die Träume der 50er und 60er Jahre erinnern, in der etwa fliegende Autos das Stadtbild prägen. Wir sollten aber nicht auf einen Deus ex machina warten, der mit zukünftigen technologischen Innovationen alle unsere Probleme lösen wird. Denn wir haben heute schon das Know-how für nachhaltige Stadtentwicklung – wir brauchen es nur motiviert und konsequent um-setzen.

    Karl Resel
    Manager Produktgruppe „Nachhaltige Entwicklung“
    Denkstatt GmbH
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  • 2013.06.07
    Roland StraussZum Profil
    Roland Strauss

    Immobilienbranche und Korruptionsstrafrecht - Compliance wird immer wichtiger

    Compliance wird häufig als die abstrakte Verpflichtung beschrieben, dass ein Unternehmen und dessen Vertreter sich an geltendes Recht halten, vertragliche Vereinbarungen einhalten und interne Regelungen befolgen.
    Die Gesetzesnovelle des „Korruptionsstrafrechtsänderungsgesetzes 2013“ (KorrStrÄG 2013) stellt die Compliance - gerade auch von Immobilienunternehmen - vor aktuelle Herausforderungen. Seit 1. Jänner 2013 sind dadurch neue und teilweise erweiterte Bestimmungen zu Korruption, Bestechung, Vorteilszuwendung und „Anfüttern“ in Kraft. Diese erlangen nicht nur für Amtsträger Geltung indem die Annahme von Vorteilen zur pflichtgemäßen oder pflichtwidrigen Ausführung von Amtsgeschäften unter Strafe gestellt wird, sondern entfalten auch starke Auswirkungen auf rein privatwirtschaftliche Unternehmen und deren Organe. Durch die zahlreichen behördlichen Kontakte bei der Realisierung von Immobilienprojekten, ist hier für alle Beteiligten besondere Vorsicht geboten, um späteren Problemen entgegen wirken zu können.
    Versuche, Amtsträger in deren Funktion zu beeinflussen (zB zur Erlangung von Bescheiden oder zur Beschleunigung von Verfahren) werden unabhängig davon, ob es sich um eine tatsächliche Beeinflussung oder um das vorbereitende Versprechen handelt, sanktioniert.
    Korruptionsstrafbestände finden - wie zahlreiche Compliance-relevante Aktionen - hauptsächlich an den Berührungspunkten des Unternehmens zu seinem Umfeld (Kunden, Lieferanten, Behörden) statt. Eine Anpassung durch das KorrStrÄG 2013 sieht weiters vor, dass auch Tathandlungen der Korruption und Bestechung, die ausschließlich im Ausland erfolgen und einen „Österreichbezug“ haben, nach österreichischen Bestimmungen zu bestrafen sind (Ausweitung der inländischen Gerichtsbarkeit).
    Durch genau verfasste Richtlinien für alle Mitarbeiter was erlaubt und was nicht (mehr) erlaubt ist, durch nachweisliche Unterweisung der davon Betroffenen sowie durch angemessene Kontrolle und Beaufsichtigung kann der Realisierung dieser Tatbestände entgegen gewirkt werden. Aus Haftungssicht und unter Beachtung der Organisationsverantwortung von Geschäftsführern wird dringend empfohlen, diesen Compliancebereich und dessen Ausprägungen (Geringfügigkeitsgrenzen für Vorteilszuwendungen, Anfüttern, private Korruption usw) ernst zu nehmen.

    Detailliertere Auskünfte und Informationen erhalten Sie unter roland.strauss@tpa-horwath.com  oder auch in einem Artikel des Autors in AR aktuell 3/2013.
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  • 2013.05.22
    Andreas LiskaZum Profil
    Andreas Liska

    Mein Handeln aus Überzeugung

    Schon in meiner frühen Kindheit war ich sehr viel in der Natur und habe mich für alle möglichen Dinge meiner (Um)Welt interessiert. Dies hat schlussendlich dazu geführt, dass ich ein begeisterter und überzeugter Radfahrer geworden bin und nur Autos benutze, wenn es wirklich nötig ist. Und das ist natürlich so gut wie nie. Ich habe dann aus Interesse an den ökologischen Zusammenhängen unserer Kultur- und Naturräume eine BHS für Land- und Forstwirtschaft besucht. Danach habe ich Architektur & Urbanismus studiert, da aus meiner Sicht in diesem Bereich ein großes Gestaltungspotential unserer zunehmend urban geprägten Umwelt liegt. Derzeit schließe ich gerade mein postgraduales Masterstudium, "Recht und Wirtschaft für Techniker" an der JKU Linz ab.

    Während meiner Schul- und Studienzeit habe ich mich an zahlreichen, meist "sozialen" Projekten beteiligt, die sich mit den Themen der Nachhaltigkeit auf unterschiedlichen Ebenen beschäftigen. Dazu gehören der Bau einer Pflanzenkläranlage im Naturschutzgebiet Kalkalpen, D.I.Y.-Workshops für Solaranlagen, Schulbauprojekte in Guatemala sowie die gemeinsame Planung und der Bau eines Kinderheims sowie eines Kindergartens im Passivhausstandard in den Townships von Johannesburg, Südafrika. Derzeit betreibe ich mit einigen Freunden gemeinsam eine kleine Fahrradwerkstatt, die nur von Spenden und unserem Eigenengagement getragen wird.

    Ich bin aktives Mitglied in mehreren Kultur- und Fahrradinitiativen und freue mich immer über den Austausch mit Personen, die sich ebenfalls für die äußerst wichtigen Themen des nachhaltigen Umgangs mit allen Teilen unserer Umwelt beschäftigen. Dies betrifft natürlich nicht nur die Natur, sondern auch soziales Engagement und im Weiteren die Verantwortung der Politik.
    Daher freue ich mich, nun bei der ÖGNI zu arbeiten und weiterhin meinen Anteil für die Förderung der Nachhaltigkeit leisten zu dürfen und hoffe, dass sich künftig auch viele andere auf einen etwas bedachteren Lebens- und Arbeitsstil besinnen.
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