• 2013.09.05
    Marek KocherZum Profil
    Marek Kocher

    Positives Raumklima durch begrünte Wände

    Eine Florawall, also eine vertikal begrünte Wand für Innenräume, hat eine Vielzahl an positiven Wirkungen. Zum ersten Mal in Europa wurden diese Effekte mit einer wissenschaftlichen Studie belegt. Bei einer objektiven Untersuchung an der FH Burgenland wurde die Florawall nach wissenschaftlichen Kriterien getestet und zusätzlich auch noch im Rahmen einer Diplomarbeit untersucht.

    Die Wissenschaftler gingen bei der Analyse zweigleisig vor: Bei der Laboruntersuchung wurde die Florawall über 3 Monate in einer Klimakammer getestet. Parallel wurden unter Realbedingungen, die subjektive Wirkung und die Raumklimaauswirkungen untersucht. Dazu gab es eine Gruppe, die eine Florawall im Raum hatte und eine Vergleichsgruppe ohne Florawall. Durch das Parallel-Setting können fundierte Aussagen sowohl über die Labor- als auch über die Realbedingungen getroffen werden.

    Bei der Studie konnte nachgewiesen werden, dass eine Florawall
    • die Raumfeuchtigkeit erhöht
    • für einen deutlich erhöhten Schallschutz sorgt
    • die CO2 Konzentration reduziert und eine positive Auswirkungen auf die Gesundheit aber auch auf das subjektive Wohlbefinden hat

    Arbeitsplatz-Klima
    Trockene Augen, Konzentrationsschwächen, Kopfweh, erhöhte Krankenstände und Absenzzeiten – kurz gesagt alles, was auch als Sick Building Syndrom bekannt ist – können demnach mit einer Florawall deutlich verringert bzw. vermieden werden. Der erschreckende Ist-Zustand in heimischen Büros ist von den gesetzlichen Vorgaben nämlich weit entfernt. Vorgeschrieben sind laut ArbeitnehmerInnenschutzgesetz mindestens 40 % Raumfeuchtigkeit, tatsächlich kämpfen die meisten Büroangestellten belegbarerer Weise mit Werten von nur 18 bis 25 % Raumfeuchtigkeit. Was im Sommer noch erträglich ist, wird spätestens in der Heizperiode im Winter zur Qual.
    Die Ergebnisse weisen einen eindeutigen Zusammenhang zwischen dem Einsatz einer Florawall und der Verbesserung der Raumfeuchtigkeit nach. Gerade in Büroräumlichkeiten, aber auch in fast allen anderen Immobilien ist zu trockene Luft oftmals ein gesundheitliches Manko. Mit einer Florawall lässt sich die Raumfeuchtigkeit konstant heben, was positive Auswirkungen auf die Gesundheit aber auch auf das subjektive Wohlbefinden der Gebäudenutzer zur Folge hat, wie die Untersuchungen zeigen.

    Akustik
    So nachhaltig viele neu geplante Gebäude sind, ein großes Problemfeld dabei ist jedoch die Akustik in den Räumen. Durch innovative Klimasysteme dürfen etwa Decken nicht mehr abgehängt werden, was einen hohen Lärmpegel zur Folge hat. Gerade in Großraumbüros, Lobbys und Besprechungsräumen verhindert dies ein produktives Arbeiten bzw. einen angenehmen Aufenthalt. Der direkte Vergleich von Räumen, in denen eine Florawall steht zu jenen in denen keine steht, zeigt, dass in den Räumen mit Florawall die Nachhallzeit merklich gesenkt wird.

    CO2-Reduktion
    Noch ein Wort zum bösen CO2: Die Studie hat ja sowohl objektive Messungen und subjektives Befinden erfasst. Dabei konnte etwas Verblüffendes festgestellt werden: Zwar wird durch den Einsatz der Florawall eine CO2-Reduktion erzielt, was für das Wohlbefinden des Körpers positiv ist, allerdings kann die Reduktion vom Menschen nicht wirklich wahrgenommen werden. Dennoch geben die Befragten an, sich besser zu fühlen – ein Paradoxon. Als mögliche Erklärung kann auf die subjektive, beruhigende und "gesundheit-ausstrahlende" Wirkung der Florawall verwiesen werden. Am Ende ist’s wurscht: Wenn’s nachweislich gesünder UND sich der Nutzer besser fühlt, haben alle was davon!
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