• 2013.03.29
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    Fabian Kaufmann

    Handel reloaded

    Die Handelsimmobilie steht vor einer dramatischen Revolution: nicht nur weil der Siegeszug des Internets vieles verändern wird, müssen wir als Developer und Betreiber umdenken. War es über Jahrzehnte völlig ausreichend, immer neue Fachmarkt- bzw. Einkaufszentren auf der grünen Wiese zu entwickeln, sind wir heute gefordert, aus den bestehenden das Beste herauszuholen. Der Neubau kann und wird nicht mehr der Treiber des Wachstums sein, aber wir haben ungenutzte Potentiale bei den bestehenden Objekten. Diese sind nicht alle top, wie Studien laufend belegen (lesen Sie hier  mehr) und hier gilt es die Potentiale zu identifizieren und zu heben. Diese Underdogs können mit hohem Fachwissen umgebaut, adaptiert und mit Leben gefüllt werden.
    In unserer Unternehmensgruppe CC Real erleben wir genau diese Entwicklung: haben wir seit den 90er Jahren Zentren neugebaut und mit unseren drei Einkaufszentren in Kroatien   bewiesen, dass auch in der größten Wirtschafts- und Finanzkrise der Neuzeit Neuentwicklungen im Markt positionierbar sind, konzentrieren wir uns jetzt auf Bestandsobjekte. Mit dem Center West  in Graz, welches wir gemeinsam mit Partnern 2012 kaufen konnten, treten wir den Beweis an, ein bestehendes Einkaufszentrum zu verjüngen. Dabei werden viele Aktivitäten hinterfragt und mit einem feinabgestimmten Maßnahmenpaket neue Qualitäten ermöglicht – wir sind überzeugt, dass uns der Erfolg nach der Fertigstellung der Maßnahmen im Herbst 2013 Recht geben wird. Dabei ist für uns Nachhaltigkeit keine Worthülse, sondern gelebte Realität. Und wir wissen, dass gerade der Bestand den größten Hebel für die Nachhaltigkeit bietet.

    In der Ruhe der Osterzeit sehe ich Handelskonzepte, die in die Stadt kommen – Konzepte, die es bisher nur außerhalb gab, werden zu den Menschen kommen und damit die Anfahrtszeiten sowie die Verkehrssituation beruhigen. Ich sehe die Herausforderungen, die Verbindung von Internet und stationärem Handel als Chance zu verstehen. Unsere Aufgabe als Developer und Center ManagerInnen wird es sein, unsere bestehenden Objekte aktiv zu managen und Lebensräume für Menschen zu schaffen. Räume, in denen Begegnungen, Emotionen und natürlich Einkäufe stattfinden, in denen die MitarbeiterInnen unserer Mieter gesund und produktiv arbeiten können, in denen unsere KonsumentInnen das wertvollste ihres Lebens verbringen: Zeit. Und am Ende zählt, wer lächelt, wer glücklich ist, kauft auch gerne ein und vor allem kommt wieder. Das sind die guten Nachrichten. Die schlechte Nachricht für alle ist: es bleibt nichts wie es ist und es liegt an uns, „Handel reloaded“ zu ermöglichen.
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  • 2013.03.14
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    Karl Ploberger
    • Karl Ploberger

    Biologisch Gärtnern heißt nachhaltig denken

    Karl Ploberger ist Österreichs bekanntester Biogärtner. In seinen Büchern verhilft er seinen Lesern mit wenig Aufwand zu wunderschönen Gärten. Mit der ORF-Sendung "Natur im Garten" wurde der Oberösterreicher landesweit bekannt. Seine unkomplizierten Gartentipps sind bei Hobbygärtnern sehr gefragt.

    Gärten bestehen nicht bloß aus Bäumen, Sträuchern und Blumen – zum wahren Paradies wird ein Garten erst, wenn er mit Leben erfüllt ist. Daher wird schon bei der Planung auf das Gleichgewicht von Tieren und Pflanzen Rücksicht genommen. Ein Stück Paradies, das der Mensch schafft und als Natur aus zweiter Hand bezeichnet werden kann.
    Es beginnt mit den kleinen Oasen für Tiere – den Laufkäfern, die sich unter dem Laub verstecken, das als Mulch unter einer Wildsträucherhecke liegen bleibt. Genau in so einer Hecke ist das Leben (siehe Kapitel „Wildsträucher“) am Vielfältigsten – von den vielen Vögeln bis hin zu den Eichkätzchen, die sich die Nüsse holen.
    Ein großes Naturparadies ist aber auch der Gartenteich, das Feuchtbiotop: mit Libellen, Kröten, Molchen, Ringelnattern.

    Der Totholzhaufen
    Es ist die oft vergessene Oase am Rand des Gartens – ein kleines wildes Eck, wo Brennnessel wachsen dürfen und damit den Raupen des Tagpfauenauges Futter geben. Wo aber auch alte Wurzelstöcke liegen bleiben, Baumteile verrotten oder Äste und Laub – wie zufällig aufgeschichtet – liegen. Es mag einem Laien als „unordentlich“ erscheinen. Macht man aber einen Blick genauer auf dieses Eck, dann bewahrheitet sich der alte Spruch: „Es gibt nichts lebendigeres als ein Stück Totholz“.
    Pilze erobern schon nach kurzer Zeit das Holz und durchwachsen es mit ihrem Mycel. Geschätzte 25 Prozent aller in Mitteleuropa lebenden Käfer sind auf zerfallendes, verfaulendes und verrottendes Holz angewiesen. Und – als Teil der Nahrungskette – eine wichtige Grundlage für das Leben vieler anderer Tiere, die von diesen Insekten leben. Denken wir nur an den Specht, der in alten Bäumen nach Larven sucht und zum Teil tiefe Löcher hämmert, die wieder Nistmöglichkeiten für andere Tiere bietet.
    Gerne verstecken sich in solchen Totholzhaufen Mauswiesel (ein wichtiger Regulator bei Wühlmausproblemen) und diverse Mäuse. Darunter auch die Haselmaus – ebenfalls ein kleiner aber wichtiger Schädlingsregulator, der gerne Raupen, Schneckeneier und viele andere Insekten vertilgt.

    Insektenhaus
    Gerade in den letzten Jahren sind die Insektenhäuser („Hotels“) ein beliebtes Gestaltungselement in einem Garten geworden. Was vor zwanzig Jahren noch unmöglich gewesen wäre, sorgt jetzt für Begeisterung und zeugt von einem neuen Verständnis für die Natur. Schwebfliegen, Solitärbienen und viele andere Insekten nisten sich in den angebohrten Holzstücken, den Strohhalmen und den Lehmziegeln ein, legen die Eier ab und bilden ein wichtiges Glied im Ökosystem: als Schädlingsregulator (z.B. Blattläuse) oder als Bestäuber von Obstbäumen. Der Standort für solche Insektenhäuser sollte immer ein vollsonniger Platz  an der Südseite des Hauses oder eines Schuppens sein, damit das Holz rasch abtrocknet und die Brut nicht durch Pilze vernichtet wird. Wird es frei aufgestellt, dann muss ein Dach das Haus vor Regen schützen.
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    1 Kommentar
    • Wolfgang Schuster @ 29.03.2013
      Super Gedanken. Danke.
  • 2013.03.01

    Blue Buildings - Mehrwert einer DGNB Zertifizierung

    Eine DGNB Zertifizierung bedeutet die integrale Nachhaltigkeitsbewertung und Umsetzung im interdisziplinären Planungsteam von der Projektentwicklung bis zur systematischen Übergabe an den zukünftigen Nutzer.

    In die Betrachtung fließt auch die Nutzungsphase und schließlich die Rückbaubarkeit und Verwertbarkeit der Immobilie mit ein. Dabei werden alle Dimensionen der Nachhaltigkeit über den gesamten Lebenszyklus mit dem Ziel der Schaffung von qualitativ hochwertigem Innenraum für verschiedenste Gebäudetypen in einem nachhaltigen Bauwerk analysiert, bewertet und dem Planungsteam zur Verfügung gestellt.

    Die Funktion des DGNB Systems soll über das Zertifikat hinaus als  planungsbegleitendes Optimierungs- und Qualitätssicherungstool über alle Phasen eingesetzt werden. In meiner Tätigkeit als Auditor bringe ich mich als Teil des Planungsteams in den Gesamtprozess ein.
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    3 Kommentare
    • Philipp Kaufmann @ 02.03.2013
      Danke Adi!
      Du bist ein Wissender. Mit Dir macht die Arbeit richtig Spaß.
    • Franz Klein @ 02.03.2013
      Wo finde ich mehr Infos?
    • Heinz Mayer @ 02.03.2013
      Ich bin von der Qualtität begeistert. DGNB rechnet sich. Danke.