• 2012.11.14
    Heimo RollettZum Profil
    Heimo Rollett

    Klagen statt Aufklärung

    Jetzt wird’s ernst! Ab dem 1.12.2012 gilt der neue Energieausweis und es gibt endlich auch Sanktionen. Immerhin 1.450 Euro Verwaltungsstrafe drohen nun bei Unterlassung der verpflichtenden Vorlage. Die Hoffnung keimt auf, dass die Initiative vielleicht doch etwas bewirkt. Denn der Immobilienbestand ist der Schlüssel bei der Erreichung nachhaltiger Ziele. Jeder kennt mittlerweile die 40 Prozent: So viel des Energieverbrauchs in Europa entfällt auf die rund 160 Millionen Gebäude. Die Neubauten, die durchwegs nach modernen klimaschonenden Standards errichtet werden, spielen dabei fast keine Rolle.

    Ferdinand Rock von Jones Lang LaSalle Deutschland glaubt, dass es um den Bestand – aus Eigentümersicht – noch viel kritischer steht. Rock sieht in der nächsten Dekade bei Büroimmobilien eine "beschleunigteWertminderung und verkürzte Lebenszyklen" auf uns zukommen, wie er in einem aktuellen Bericht schreibt. Dies hänge u.a. mit den steigenden rechtlichen Anforderungen im Bereich Nachhaltigkeit zusammen. Rock weiter: "Vor diesem Hintergrund muss ein großer Teil des europäischen Büroflächenbestands als "alt" bezeichnet werden. Hierzulande stammen fast 60 Prozent des gewerblich genutzten Immobilienbestands aus der Zeit zwischen 1950 und 1960. In Großbritannien sind es rund 20 Prozent. In Paris sind mindestens zwei Drittel des Bestands mehr als 20 Jahre alt. Der Aufwand, ältere Gebäude in Schuss zu halten, wird mit steigendem Alter immer größer und kapitalintensiver."

    Der Energieausweis wird uns hier weder in Frankreich noch in Österreich weiterhelfen. Das einzige was er schafft, ist das Privatpublikum zu verwirren und alle Aufmerksamkeit auf die Energiehysterie zu lenken – als ob es bei der Nachhaltigkeit nur darum ginge.

    Für Österreich jedenfalls vermuten so manche Experten, dass es weniger zu einer Aufklärung oder zu einer groben Veränderung der Objektwerte kommen werde, als dass sich Makler aufmerksam die Inserate ihrer Kollegen ansehen und sich untereinander mit Klagen eindecken werden. Ob das das Ziel der EU war?
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    1 Kommentar
    • Heinz Schmid @ 15.11.2012
      Endlich ist es einmal ausgesprochen. Hoffentlich liest diesen Eintrag die EU.