• 2015.10.14
    Annemarie HarantZum Profil
    Annemarie Harant

    Nachhaltigkeitskommunikation: Green, Blue, Smart - verwirrt?

    Sie als Expertin bzw. Experte wissen natürlich Bescheid, was Begriffe wie Blue Building, Smart Metering und Green Investments bedeuten – aber wenn es um eine breitenwirksame Kommunikation von ökologischen oder sozialen Themenstellungen geht, können solche Formulierungen schnell zu Verwirrungen führen.

    Das Problem einer anschaulichen und für jedermann verständlichen Kommunikation ist sozusagen ein Dauerbrenner, wenn es um das Thema Nachhaltigkeit geht. Schon dieser Begriff selbst hat bereits so manche Kommunikationsprofis ins Schwitzen gebracht.

    Vor rund 15 Jahren haben die ersten Unternehmen die Notwendigkeit erkannt, dass Transparenz und Nachvollziehbarkeit in puncto ökologischen und sozialen Fragen notwendig wird. Damals aber steckten die international anerkannten Kriterien für Nachhaltigkeitsberichte der Global Reporting Initiative (GRI) noch in den Kinderschuhen. Es war en vogue, lediglich einzelne Projekte zu kommunizieren, anstatt ein dahinterliegendes Managementsystem zu entwickeln. Dieser Umstand hat sich zwar glücklicherweise in vielen Fällen seitdem verändert – insbesondere durch Vorreiterunternehmen, die es ernst mit der Nachhaltigkeit meinen – aber oftmals bleibt die „Feigenblatt-Kritik“ bestehen.

    So zeigen viele Studien, wie z.B. von Henkel aus dem Jahr 2012, dass 54 % der ÖsterreicherInnen daran zweifeln, dass Unternehmen tatsächlich mit Nachhaltigkeitsbewusstsein wirtschaften.

    Stimmen Sie Ihre Kommunikation daher genau auf Ihr Unternehmen und die Branche ab, liefern sie zielgruppenorientiert wirklich interessante, wesentliche, qualitative Informationen und quantitative Fakten. Erzählen Sie Ihre Geschichten rund um das Thema Nachhaltigkeit – aber vergessen Sie nicht den Aufbau eines strukturierten Managementsystems dahinter.

    Sie glauben Ihr Unternehmen ist noch nicht soweit? Auch Ehrlichkeit kann in der Kommunikation viel zur Glaubwürdigkeit beitragen. Authentisch zu sein – sowohl nach außen wie auch innerhalb des Unternehmens – bringt oft mehr Sympathie-Punkte, als ein zwanghaftes Festhalten an allzu überschwänglichen PR-Slogans. Ein Nachhaltigkeitsbericht, eine Webseite, eine Broschüre oder eine Veranstaltung – nutzen Sie die vielfältigen Kanäle der Stakeholderkommunikation.

    Um loszulegen wäre jetzt ein guter Zeitpunkt.

    Mag. Annemarie Harant, tätig im Nachhaltigkeitsprojektmanagement und -research bei brainbows informationsmanagement gmbh, unterstützt Unternehmen und Organisationen bei der Erstellung von Nachhaltigkeitsberichten und -strategien sowie in der Stakeholderkommunikation.
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  • 2015.04.18

    Unsere 10 Gebote: Leitbilder und Kodizes als Chance

    Die ÖGNI sieht sich als Motor der nachhaltigen Bau- und Immobilienwirtschaft und will den Paradigmenwechsel hin zu Nachhaltigkeit und zu ethischem Handeln gemeinsam mit über 300 Mitgliedern und 400 Experten schaffen. Dementsprechend sind alle ÖGNI Mitglieder langfristig dazu verpflichtet, die 10 Gebote bzw. Grundsätze ordnungsmäßiger und lauterer Geschäftsführung in Ihrem täglichen Handeln umzusetzen. Kennen Sie diese? Wenn nicht, können Sie diese hier  nachlesen!

    Im Rahmen meiner Diplomarbeit habe ich untersucht, inwieweit diese 10 Gebote der ÖGNI von unseren Mitgliedern erst genommen und eingehalten werden. Dabei kam ich zum Ergebnis, dass diese zu rund 50 Prozent ihren Weg in unsere Mitgliedsunternehmen gefunden haben und zumindest teilweise umgesetzt werden. Das ist grundsätzlich ein positives Ergebnis. Doch daraus leite ich auch ab, dass noch erhebliches Potential für die ÖGNI, aber auch andere NGOs und weitere Plattformen besteht, zur Sicherung von Ethik und Nachhaltigkeit in der Bau- und Immobilienbranche beizutragen, indem zum Beispiel Branchenkodizes bereitgestellt werden.

    Das ist eine Chance, die ernst genommen werden muss, denn: Die Nachfrage nach Branchenkodizes ist von Seiten der Unternehmen vorhanden - immerhin wünschen sich mehr als die Hälfte der Befragten, dass Nachhaltigkeit und CSR durch Branchenstandards geregelt werden sollte. Dem gegenüber stehen ca. 25 Prozent, die sich eine stärkere Reglementierung durch Gesetze in diesem Bereich wünschen.

    Kodizes und Leitbilder sind dabei jedoch nicht als "Allheilmittel" zu sehen: Aus der Sicht der Unternehmensführung besteht vor allem das Problem, dass der tatsächliche Einfluss von Kodizes auf das Handeln der Mitarbeitenden nicht direkt messbar ist. Formale Aspekte der Kodizes können jedoch den Einfluss von Kodizes verstärken: ein Beispiele dafür wäre etwa eine möglichst klare Formulierung. Außerdem sollten die Werte in einem Kodex widerspruchsfrei, verallgemeinerungswürdig und verallgemeinerungsfähig sein.

    Wenn diese formalen Kriterien erfüllt sind, erhöht sich die Chance für Unternehmen, aber auch für externe Plattformen und NGOs wie die ÖGNI, einen Beitrag dazu zu leisten, dass unsere Branche nicht mehr geprägt ist von Korruptionsfällen und un-nachhaltigem Umgang mit Ressourcen. Kodizes und Leitbilder können also helfen, die Mitarbeitenden zu motivieren, die Unternehmensziele zu legitimieren und Orientierung in unserer immer komplexer werdenden Arbeitswelt zu schaffen.
    Kurzum: nehmen wir Kodizes ernst - sie können den Wandel hin zu verantwortungsvollerem Umgang mit den Menschen und unseren Ressourcen unterstützen!
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  • 2014.05.14

    Nachhaltiger Fruchtsalat – sind die Früchte unserer Arbeit nachhaltig?

    Das Team von BLUEWATERS/BLUESAVE blickt auf fünfzehn Jahre Unternehmensgeschichte zurück . Fünfzehn Jahre mit ihren Kunden, mit denen sie gemeinsam gesät und gepflanzt, gepflegt und geerntet haben. Zu diesem Anlass haben wir ein Buch gestaltet mit dem Titel "Nachhaltiger Fruchtsalat"
    Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Öffentlichkeit, aus dem In- und Ausland, aus Regionalpolitik und Interessensvertretung werden darin in fünfzehn Interviews vor den Vorhang gebeten.

    Ihnen werden die folgenden Fragen gestellt: Sind die Früchte unserer Arbeit nachhaltig? Was ist von den gemeinsamen Aktivitäten geblieben? Was sind die aktuellen Herausforderungen in Umwelt- und Klimaschutz? Welche Wünsche und Erwartungen haben sie für die Zukunft?

    Wie die Marke BLUEWATERS im Jahr 1999 entstanden ist, wir im Interview mit Ernst Karl Hauswirth erzählt, sowie über die langjährige Zusammenarbeit mit der TU Wien – in Lehre, Vortragstätigkeit und RICS-Akkreditierung.

    Eine kleine Auswahl aus den internationalen Projekten wird in den Interviews mit Veronika Haunold, Karl-Heinz Dernoscheg und Savo Djustibek vorgestellt.

    Stellvertretend für alle Hausverwaltungen, die BLUESAVE betreut, wurden Helga Brun und Otto Friedrich für ein Interview gewonnen. Mit Christa Kattirs wird über die systematische Entwicklung neuer Dienstleistungen als zentralen Wertschöpfungsprozess in innovativen Unternehmen gesprochen. Thomas Malloth spannt in bewährter Weise den großen Bogen zwischen Urbanisierung, Klimaschutz und Mietrecht und philosophiert über die Wunderfrage.

    Zum Projekt David’s Corner aus dem Forschungsprogramm „Haus der Zukunft“ sprechen Michaela Trojan und Martin Treberspurg, aus unterschiedlichen Blickwinkeln.

    Philipp Kaufmann, Präsident der ÖGNI, gibt im Interview aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln die verschiedensten Informationen zum Thema Nachhaltigkeit. Über die weithin sichtbaren Früchte in Silber und Gold sprechen Ariel Muzicant, Jürgen Haussecker und Gerald Liebscher.

    Christian Pelzl, Fachverbandsobmann der Ingenieurbüros, spricht über unsere gemeinsame Arbeit und zum Spannungsfeld zwischen Umweltschutz, Kundenwunsch und den realen Gegebenheiten, in dem ein Ingenieurbüro seine Position finden muss.

    Die Bezirksvorsteherin des 13ten Bezirks, Silke Kobald, spricht über die Umwelt- und Klimaschutzziele in der Bezirksvertretung, sowie über die Förderung von unternehmerischer Innovation im Bezirk.

    A Limited Edition for Friends and Fans!
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  • 2014.04.11
    Peter EngertZum Profil
    Peter Engert

    CSR-Bericht in der Immobilienbranche oder „Tue Gutes und sprich darüber“

    Was, schon wieder ein Bericht? Wir tun eh schon nichts mehr anderes als berichten! Ist das Pflicht?

    Gerade die Immobilienbranche hat in den letzten Jahren viel in Richtung Nachhaltigkeit getan und konnte dabei selbst erfahren, dass nachhaltiges Handeln ein schönes Stück zum eigenen Erfolg beitragen kann. Immobilien werden im Lebenszyklus betrachtet, Funktionalität tritt in den Vordergrund, die ökologischen Auswirkungen sind niemandem mehr egal, die Gesundheit der Benutzer wird analysiert und es wird dazu beigetragen, sie zu verbessern.

    Wir tun also Gutes – warum nicht darüber berichten? Der CSR-Bericht (Corporate Social Responsibility) ist ein ideales, international anerkanntes Instrument, die vielen Aktivitäten eines Unternehmens, die nie in Jahresberichten oder Bilanzen aufscheinen, der interessierten Öffentlichkeit näherzubringen. CSR-Berichte sind natürlich Leistungsschauen, gelogen werden darf nicht, aber sie geben auch in einer strukturierten Art und Weise ein Bild des Unternehmens, seiner Führung und seiner Mitarbeiter wieder.

    Wo sonst wird über die Gleichbehandlung der Mitarbeiter berichtet? Wie können wir die gültigen Compliance-Regeln unseres Unternehmens berichten, ohne dabei peinlich zu wirken? Viele Unternehmen tun viel für die Umgebung in der sie arbeiten, manchmal werden sie erwähnt, auf den Dressen des Sportvereins vielleicht, aber das Warum wird nur intern niedergeschrieben, für die Revision. Ein Mehrwert für die Reputation wird daraus nur selten gezogen.

    CSR-Reporting ist keine Kunst. Es ist freiwillig, eine Zertifizierung erfolgt nur nach quantitativen Kriterien (auch wenn einige findige Berater versuchen, aus nicht vorgesehenen Zertifizierungen ein Geschäft zu machen). Und das ist gut so. Denn soziales Engagement, nachhaltiges Denken und Verantwortung zu spüren, für den Lebensbereich, in dem wir tätig sind, kann weder verordnet noch zertifiziert werden.
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  • 2013.12.06

    Wie alles begann……

    Als ich im Jänner 2010 meinen Job in der Geschäftsstelle der ÖGNI begann, hatte ich relativ wenig Ahnung von Nachhaltigkeit oder der Bau- und Immobilienbranche. Ich war zuvor zwar zum Beispiel in der Vermietung in einem Shoppingcenter tätig – dies waren aber auch schon alle Berührungspunkte mit der Branche.
    Eine meiner ersten Tätigkeiten für die ÖGNI war die Organisation des Auftakt-Events zur Auditorenausbildung an der FH Wels. Ich war sehr erstaunt darüber, wie viele Personen bei dem Workshop anwesend waren.
    Im Mai 2010 war es dann so weit – wir verliehen unsere ersten Gebäudezertifikate im Rahmen der Real Vienna. Die Projektbeteiligten waren so stolz, dass sie zum Teil zu zehnt auf die Bühne kamen und ihr Zertifikat entgegen nahmen. Naja, und ich bekam so langsam eine Vorstellung davon was Nachhaltigkeit denn bedeutet.
    Die ÖGNI startete 2009 ja mit 125 Gründungsmitgliedern, bei dieser Veranstaltung wurde dann schon das 175. Mitglied feierlich begrüßt.
    Ich war bis zu diesem Zeitpunkt die einzige Vollzeitkraft in der Geschäftsstelle der ÖGNI. Da aber das Telefon kaum mehr still stand und auch immer mehr Projekte angemeldet wurden war es auch Zeit, den Personalstamm etwas zu erweitern. So wuchs unser Team  in Laufe der Jahre stetig an.
    Ein weiterer Meilenstein war die ethische Unternehmenszertifizierung. Unser Kick-Off Workshop war der volle Erfolg und kurze Zeit später wurden die ersten Unternehmenszertifikate verliehen.  
    Da unser Gründungspräsident Philipp Kaufmann sehr umtriebig ist, ging es auch in diesem rasanten Tempo weiter.
    Im Oktober 2013 konnten wir bei der EPD Tagung unser 300. Mitglied begrüßen.
    Ich freue mich sehr, dass ich nun zur Geschäftsführerin der ÖGNI GmbH bestellt wurde, werde aber natürlich weiterhin unseren zahlreichen Mitglieder, Auditoren und Experten als Ansprechpartnerin der Geschäftsstelle des Vereins zur Verfügung stehen.
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  • 2013.06.20

    Smart Cites: Reale Planung oder fernes Ökotopia?

    Immer mehr Menschen ziehen in Städte, die in Folge dessen rasant wachsen. Wien wird in den nächsten Jahrzehnten auf rund zwei Millionen Einwohnerinnen und Einwohner anwachsen. Um sich das konkret vorzustellen: Dieser Bevölkerungszuwachs entspricht der Anzahl an Menschen, die derzeit in Graz wohnen. Nun, um diesen zusätzlichen Menschen ein Zuhause und Infrastruktur zu schaffen, ist es ist wohl keine Option, die Stadt Graz im Marchfeld einfach nachzubauen. (Wobei der Gedanke Charme hätte – man denke nur daran, wie Hallstadt in China nachgebaut wurde.) Doch die grundlegenden Fragen bleiben: Wie soll dieses Wachstum gestaltet werden? Wie nachhaltig sind diese Bebauungen? Was bedeutet das ökologisch, sozial, kulturell und funktional? Konzepte zu „Smart Cities“ sollen dazu Antwort geben.

    Das Wachstum wird nicht nur am Stadtrand stattfinden, sondern auch durch Nachver-dichtung. Alte Bahnhöfe, Kasernen und Fabriken spielen dabei eine wesentliche Rolle. Intelligente Quartierentwicklung im Zentrum wie am Rande der Stadt ist daher wesentlich. Dafür braucht es die richtigen Planungs- und Bewertungstools für alle Themen nachhaltiger Entwicklung: Lebensqualität, soziale Akzeptanz und Inklusion, Technologie- und Wirtschaftsentwicklung sowie Ressourceneinsparung und Klimaschutz. Das DGNB-Bewertungssystem für nachhaltige Stadtquartiere ist hierfür ein gutes Tool. Wichtig ist dabei: In allen Planungsphasen soll Nachhaltigkeit in seiner Vielschichtigkeit berücksichtigt werden. Insbesondere in der frühen Phase werden mit den ersten Konzepten bereits Weichenstellungen gesetzt, die eine spätere nachhaltige Ausrichtung leicht oder schwer machen können. Darüber hinaus gilt es bei allen Beteiligten Raum zu schaffen, um eine gemeinsame Vision und Begeisterung für ein nachhaltiges Quartier aufkommen zu lassen. BauherrInnen, Fachplaner und Behörden müssen sich einig sein, um im Anschluss fixe Kriterien für die angestrebten sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Qualitäten zu erarbeiten. Ob diese Kriterien dann auch in allen Phasen der Umsetzung eingehalten werden, muss laufend überprüft werden.

    So kann es gelingen, dass Smart Cities jetzt schon Wirklichkeit werden. Manche Visionen für die Stadt der Zukunft leben technologische Utopien aus, die stark an die Träume der 50er und 60er Jahre erinnern, in der etwa fliegende Autos das Stadtbild prägen. Wir sollten aber nicht auf einen Deus ex machina warten, der mit zukünftigen technologischen Innovationen alle unsere Probleme lösen wird. Denn wir haben heute schon das Know-how für nachhaltige Stadtentwicklung – wir brauchen es nur motiviert und konsequent um-setzen.

    Karl Resel
    Manager Produktgruppe „Nachhaltige Entwicklung“
    Denkstatt GmbH
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  • 2013.05.22
    Andreas LiskaZum Profil
    Andreas Liska

    Mein Handeln aus Überzeugung

    Schon in meiner frühen Kindheit war ich sehr viel in der Natur und habe mich für alle möglichen Dinge meiner (Um)Welt interessiert. Dies hat schlussendlich dazu geführt, dass ich ein begeisterter und überzeugter Radfahrer geworden bin und nur Autos benutze, wenn es wirklich nötig ist. Und das ist natürlich so gut wie nie. Ich habe dann aus Interesse an den ökologischen Zusammenhängen unserer Kultur- und Naturräume eine BHS für Land- und Forstwirtschaft besucht. Danach habe ich Architektur & Urbanismus studiert, da aus meiner Sicht in diesem Bereich ein großes Gestaltungspotential unserer zunehmend urban geprägten Umwelt liegt. Derzeit schließe ich gerade mein postgraduales Masterstudium, "Recht und Wirtschaft für Techniker" an der JKU Linz ab.

    Während meiner Schul- und Studienzeit habe ich mich an zahlreichen, meist "sozialen" Projekten beteiligt, die sich mit den Themen der Nachhaltigkeit auf unterschiedlichen Ebenen beschäftigen. Dazu gehören der Bau einer Pflanzenkläranlage im Naturschutzgebiet Kalkalpen, D.I.Y.-Workshops für Solaranlagen, Schulbauprojekte in Guatemala sowie die gemeinsame Planung und der Bau eines Kinderheims sowie eines Kindergartens im Passivhausstandard in den Townships von Johannesburg, Südafrika. Derzeit betreibe ich mit einigen Freunden gemeinsam eine kleine Fahrradwerkstatt, die nur von Spenden und unserem Eigenengagement getragen wird.

    Ich bin aktives Mitglied in mehreren Kultur- und Fahrradinitiativen und freue mich immer über den Austausch mit Personen, die sich ebenfalls für die äußerst wichtigen Themen des nachhaltigen Umgangs mit allen Teilen unserer Umwelt beschäftigen. Dies betrifft natürlich nicht nur die Natur, sondern auch soziales Engagement und im Weiteren die Verantwortung der Politik.
    Daher freue ich mich, nun bei der ÖGNI zu arbeiten und weiterhin meinen Anteil für die Förderung der Nachhaltigkeit leisten zu dürfen und hoffe, dass sich künftig auch viele andere auf einen etwas bedachteren Lebens- und Arbeitsstil besinnen.
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  • 2013.05.07
    Philipp KaufmannZum Profil
    Philipp Kaufmann

    Mietzins ade - was kommt jetzt?

    Sag dem Mietzins leise Servus
    Wer Nachhaltigkeit lebt, optimiert seine Immobilie über den Lebenszyklus. Und damit auch die größte Kostenposition, nämlich die Bewirtschaftungskosten, welche für 80 Prozent der Lebenszykluskosten verantwortlich sind. Genau hier spießt sich aber die Theorie bei der Umsetzung der Praxis. Bei den bisherigen einfachen Mietvertragsmodellen, bei der für die Überlassung einer Fläche ein Entgelt vereinbart wird, profitiert der Mieter davon und der Vermieter trägt die Kosten. In unserem Wirtschaftssystem können daher solche Modelle von sich aus nicht erfolgreich sein.

    Der nachhaltige Mietvertrag
    Die Lösung liegt auf der Hand: wir brauchen moderne Gestaltungsmöglichkeiten, die unserer Wirklichkeit entsprechen und das Eigentümer-Nutzer-Dilemma lösen. Und vor allem brauchen wir  die Sicherheit, dass diese neue Ideen auch von beiden Vertragsparteien akzeptiert werden und halten. Denn nur wenn belastbaren Vertragsklauseln „Standard“  sind kann z.B. ein Developer sein Geld in solche neue (Business-) Modelle investieren. Um dies zu erreichen, wurde 2012 eine ÖGNI Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, um einen Leitfaden für den nachhaltigen Mietvertrag zu erarbeiten. Unter der Leitung von Stefan Artner und Mitarbeiter der namhaftesten Anwaltssozietäten, wie SCWP, Wolf Theiss, Heid Schiefer, LAW firm und Schönherr entstehen 2013 Inhalte aber vor allem konkrete Textbausteine, welche hier eine neue Sichtweise aus der Branche für die Branche entstehen lassen. Dies beginnt bei der Verwendung von biologischen Reinigungsmitteln, reicht über den Einsatz zB von LED-Technologien und endet in neuen Modellen, bei denen wir nicht mehr alleine von Betriebskosten im Sinne des MRG reden sondern tatsächlich von den Bewirtschaftungskosten und darüber hinaus von zusätzlichen Dienstleistungen. Für den Mieter, der sich auf seine Kernkompetenzen konzentrieren kann, sind dann umfassende Qualitätsniveaus, Kostentransparenz und Kostensicherheit keine Utopie mehr. Im Idealfall hat er alle Informationen über die gesamte Nutzungsperiode, seinem Mietzyklus.

    Mehrwerte für Vermieter, Mieter und Betreiber
    Der nachhaltige Mietvertrag wird unser Handeln verändern und aus der bisherigen (Flächen-) Miete eine umfassende Dienstleistung des Vermieters und Betreibers machen; diese Mehrwertmiete kann sogar so weit entwickelt werden, dass wir von einer „All-in Miete“ (oder Brutto-Miete) reden, die alles umfasst. In diesem Fall „bestellt“ der Mieter seinen Anforderungen entsprechend Pakete ähnlich den Produkten im Bereich der Mobilfunkbranche – und das wichtigste: davon profitieren alle zentralen Akteure der Bewirtschaftung: der Vermieter kann für gute Leistung gutes Geld verdienen, der Betreiber erbringt exzellente Leistungen, die auch honoriert werden, und der Nutzer bekommt einfach mehr für sein Geld und weiß, dass er in der Immobilie nicht nur arbeiten darf, sondern sogar glücklich wird.
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    1 Kommentar
    • Oliver Puchner @ 16.05.2013
      Super Idee. Ich gratuliere!!!
  • 2013.01.01
    Philipp KaufmannZum Profil
    Philipp Kaufmann

    Ihr Engagement ist gefragt!

    Der Paradigmenwechsels in der Bau- und Immobilienwirtschaft hin zur Nachhaltigkeit kann nur gelingen, wenn wir alle Kräfte bündeln. Aus diesem Grund laden wir Sie zu Beginn des Jahres 2013 ein, sich für die Nachhaltigkeit zu engagieren. Die ÖGNI bietet Ihnen unterschiedliche Möglichkeiten:

    • Feedback und Input für die Weiterentwicklung des DGNB Systems bzw. der ethischen Unternehmenszertifizierung – wenn Ihnen bei der Anwendung der Systeme Themen aufgefallen sind oder Sie Verbesserungsvorschläge haben, ersuchen wir um Information darüber. Bitte wenden Sie sich direkt an Andreas Liska unter +43 (1) 997 1809 50 bzw. andreas.liska@ogni.at .
    • Bringen Sie sich als Experte bei einem Expertenkreis ein. Der Vorstand wird Sie dazu ernennen, wenn Sie in Ihrem Feld ein (internationaler) Experte sind.
    • Erarbeiten wir gemeinsam konkrete Empfehlungen, Leitfäden, Positionspapiere oder Kodizes. Für zahlreiche Themen gibt es bereits bestehende Arbeitsgruppen und wenn ein weiteres Thema wichtig ist, dann lassen Sie es uns wissen, damit wir bei Bedarf eine neue Arbeitsgruppe ins Leben rufen.
    • Präsentieren Sie sich bzw. Ihr Unternehmen auf www.ogni.at/experten. 
    • Bringen Sie sich bei der Blue Building Challenge ein. Ihre Ideen, Produkte bzw. Sie als Person sind gefragt und auf www.blue-building-challenge.at  schaffen wir Ihnen eine Bühne.
    • Schreiben Sie als Experte einen Beitrag auf dem Blog der Nachhaltigkeit
      (www.ogni-blog.at ) – wir werden diese Beiträge auch im Print präsentieren und in einer Jahrespublikation veröffentlichen. Sie schaffen sich und ihren Ideen damit Öffentlichkeit.
    Wie Sie sehen, gibt es eine breite Möglichkeit für ein Engagement und das beste dabei:
    Sie zahlen dafür nichts extra. So sind auch die Medienkooperationen für die Blue Building Challenge und die Veröffentlichung der Blog-Beiträge eine Leistung der ÖGNI – wir brauchen Ihre Ideen und dafür sollen Sie nicht extra bezahlen. Sie finden in den beiliegenden Unterlagen die Möglichkeit, sich für die Expertenkreise und Arbeitsgruppen näher zu informieren. Lassen Sie uns aus der Branche für die Branche die Nachhaltigkeit einen Schritt weiter bringen.

    Wir freuen uns über Ihr Engagement!
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  • 2012.10.23
    Philipp KaufmannZum Profil
    Philipp Kaufmann
    • Der 3p-Ansatz der Nachhaltigkeit

    Mit 3P.zum.Glück als Leitmotiv

    Nachhaltigkeit ist schon seit meiner Schulzeit ein Herzensthema. Immerhin bin ich als Schüler der 80er und 90er Jahre mit Waldsterben und Mülltrennung aufgewachsen. Geprägt war das Denken meines Heranwachsens von den Ölschocks, von denen ich auch den zweiten als Kleinkind nicht wirklich bewusst erlebt habe, die jedoch Auswirkungen bis heute haben. Eine ist die Abkehr vom Glauben des ewigen Wachstums. Das Denken „Macht Euch die Erde untertan“ ist seit dem nicht mehr das alleinige Prinzip, sondern vielmehr in Kombination mit „Bewahren“ für uns selber und vor allem auch für nächste Generationen von Bedeutung.

    Aus dieser Motivation heraus habe ich mich persönlich 2009 engagiert, um gemeinsam ein „Grassroot Movement“ (aus der Branche für die Branche) ins Leben zu rufen, damit unsere Bau- und Immobilienbranche Verantwortung übernimmt. Der Zuspruch war überwältigend und mit 125 Gründern startete unsere ÖGNI. Bereits damals sind wir gestartet mit dem Ansatz „Visionen ohne Umsetzung sind nur geträumt“, denn die Zeit ist gekommen um zu handeln. Wir haben die Technologien, das Know-How und vor allem die Bereitschaft, nachhaltig zu agieren.

    Von Beginn an galt: Gebäude zu zertifizieren ist eine gewaltige Chance, Leuchtturmprojekte der Nachhaltigkeit auszuzeichnen und damit Licht auf die Personen zu lenken, die bewiesen haben, dass herausragende Qualitäten umsetzbar sind. Viel Licht für wenige heißt aber auch, dass es derzeit noch dunkel in unserer Branche ist. Mit jedem Haus, mit jeder Sanierung und jedem Bauen wird es aber heller.

    Aber: Gebäude alleine sind zu wenig. So entstand der 3P-Ansatz – wir wollen gemeinsam neben den Produkten, die neben den Immobilien auch die Baustoffe umfassen, die Prozesse verändern und die Personen befähigen, dass sie mit dem neuen, notwendigen Wissen nachhaltig handeln können. Ich bin überzeugt, dass gerade die Prozesse der große Hebel sind. Dies trifft sowohl im einzelnen Unternehmen als auch im Zusammenwirken der einzelnen Akteure zu.
    Der Fokus liegt auf der Berücksichtigung des Lebenszyklus und dies sowohl ökonomisch als auch ökologisch, sprich mit LCC (Life Cycle Costing) bzw. LCA (Life Cyle Assessment). Immerhin können wir so erstmals die Branche der Brüche hin zu einem gemeinsamen miteinander entwickeln. Dafür lohnt es sich zuarbeiten und zu überzeugen, damit wir gemeinsam Gebäude bauen und bewirtschaften, die uns Menschen glücklich machen – was sonst?

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    4 Kommentare
    • Marianne Schubert @ 02.03.2013
      Danke. Genau so ein Engagement haben wir immer schon gebraucht.
    • Renate Zippelius @ 23.10.2012
      Der Text ist dicht und voller Inhalte. Wo kann ich mir dazu mehr anhören?
    • Martin Huber @ 23.10.2012
      Der Lebenszyklus ist tatsächlich der wahre Fokus aber mit dem 3P-Ansatz werden andere Punkte bewusster. Ich persönlich konzentriere mich auf die Produkte, aber das soll ja nichts heißen. Wo gibt es mehr Informationen zum 3P-Ansatz? Gibt es dazu schon ein Buch?
      Antwort von ÖGNI Blog @ 25.10.2012
      Einen Überblick über den 3-P-Ansatz finden Sie auf der ÖGNI-Website: http://www.ogni.at/3-p 
    • Markus Puchner @ 23.10.2012
      Verstanden. Mit Glück ist zwar ein hehres Ziel gemeint, aber nur große Visionen sind es Wert verfolgt zu werden. Grautliere!
      Ich verfolge weiterhin die ÖGNI und seine Aktivitäten.
  • 2012.10.09

    Der Blog der ÖGNI

    Die Österreichische Gesellschaft für Nachhaltige Immobilienwirtschaft (ÖGNI) ist die Stimme der nachhaltigen Bau- und Immobilienwirtschaft und prägt in Österreich den Paradigmenwechsel hin zur Nachhaltigkeit. Aus diesem Grund sind wir seit langem bereits auf facebook, twitter, youtube und anderen sozialen Medien vertreten. Als aktuellste Neuerung möchten wir Sie nun auf www.ogni-blog.at  willkommen heißen. Auf diesem Blog wollen wir die vielen Gesichter der Nachhaltigkeit in der Bau- und Immobilienbranche präsentieren und selbst zu Wort kommen lassen.

    www.ogni-blog.at  wird nicht nur über ÖGNI-interne Themen berichten, sondern hier soll über den Tellerrand geblickt werden: es geht um nachhaltige Gebäude, sprich Blue Buildings, um Compliance Management sowie Corporate Governance bzw. ethisches Handeln. Der Blog bietet Experten und Verantwortliche der Bau- und Immobilienbranche eine Bühne, um über ihren Zugang und über ihr nachhaltiges Engagement zu schreiben. Außerdem wollen wir hier auf direkte, unmittelbare und vor allem öffentliche Weise diskutieren und so die Nachhaltigkeit in der Bau- und Immobilienbranche weiter voranbringen. Das bedeutet auch, dass es Ihnen frei steht, unter Einhaltung von angemessenen Umgangsformen die Blogeinträge zu kommentieren und zu diskutieren.

    Ich darf mich selbst kurz vorstellen - Name ist Christian Thanner, ich bin bei ÖGNI unter anderem für Kommunikation, Social Media und Websitebetreuung zuständig und werde im Blog als regelmäßiger Autor auftreten. Ich möchte bei dieser Gelegenheit iService danken, die uns einen unabhängigen Blog ermöglicht haben, der eine homogene Erweiterung unser Website www.ogni.at  darstellt.

    Abschließend freue ich mich auf interessante Blogeinträge und Diskussionen und ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen!

    Christian Thanner
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    2 Kommentare
    • Martin Huber @ 07.11.2012
      Danke!
      Das Lesen macht richtig Spaß. Hoffentlich haltet Ihr das Tempo. Viel Erfolg.
    • Marus Puchner @ 23.10.2012
      Super, Herr Thanner. Ich finde es gut, wenn ich direkt von Experten eine Meinung höre. Ich freue mich schon auf MEHR!