• 2015.09.05
    Karl SpachingerZum Profil
    Karl Spachinger

    Vom Energieausweis zur Nachhaltigkeit

    5 Jahre lang habe ich Energieausweise erstellt, Kunden betreut und mit Hausverwaltern und Objektbetreuern sowie einfachen Privatpersonen in Kontakt gestanden, um deren Gebäudestand zu erfassen und in Form des mittlerweile berühmt-berüchtigten Energieausweises zu bewerten.
    Es gibt im Wesentlichen zwei Beweggründe, warum eine Energieausweiserstellung beauftragt wird: Weil eine gesetzliche Notwendigkeit vorhanden ist (Vorlage bei Vermietung, Verkauf, etc.), oder aber, weil eine Förderung in Anspruch genommen werden möchte. Die Sinnhaftigkeit eines Energieausweises wird allerdings von einer Mehrzahl der Personen in Frage gestellt und lediglich auf die Kosten, welche dieser verursacht, verwiesen. Ein notwendiges Übel, sozusagen.
    Es wird kaum ein Gedanke an die Möglichkeiten und Chancen verloren, welche der Energieausweis bieten kann, da die Nötigung, diesen erstellen lassen zu müssen, im Vordergrund steht. Parallel dazu stellt sich leider oftmals auch die Frage nach der Qualität, mit welcher ein Energieausweis erstellt wird. Exemplarisch 2 Punkte aus meiner Erfahrung:
    • Möglichkeit der Erstellung mittels vereinfachtem Berechnungsverfahren unter der Anwendung von pauschalisierten Standardwerten für Bauteile von Gebäuden aus bestimmten Epochen der Baugeschichte
    • Erstellung von Energieausweisen nach dem detaillierten Verfahren ohne das Objekt vor Ort be-sichtigt und die Richtigkeit von Unterlagen und Bausubstanz geprüft zu haben

    Dies sind nur zwei Punkte, welchen der Energieausweis seinen „durchwachsenen“ Ruf zu verdanken hat.
    Der Energieausweis ist nichts desto trotz ein etabliertes und zentrales Instrument zur Bewertung von der thermischen Gebäudehülle bis hin zum Primärenergiebedarf eines Objekts. Nicht umsonst finden die Kennwerte aus dem Energieausweis auch Eingang in eine Vielzahl an Unterpunkten des Zertifizierungssystems der ÖGNI.

    Jetzt bin ich Teil der ÖGNI und Teil des Gebäudezertifizierungsprozesses. Die Gebäudezertifizierung ist im Vergleich zum Energieausweis kein Instrument, welches in irgendeiner Weise verpflichtend wäre. Diese Tatsache stellt einen bedeutenden Unterschied dar. Menschen, die aus Eigenmotivation und Idealismus ihren Objekten einen nachhaltigen Mehrwert zukommen lassen und die Qualität ihrer Projekte optimieren und transparent darstellen wollen, nehmen eine Zertifizierung, wie von der ÖGNI angeboten, in Anspruch. Die ÖGNI erhebt den Anspruch, das nachhaltige Bauen konsequent vorantreiben zu wollen und eine ganzheitliche Betrachtung von Ökonomie, Ökologie und Nutzerkomfort zu vollziehen. Aspekte, die meines Erachtens sehr viel verändern und sich gerade im Bereich der Qualität manifestieren sollten.

    Aus den oben angeführten Gründen erachte ich es als sehr bedeutsam, dass bei allen Beteiligten des Zertifizierungsprozesses die Qualität an oberster Stelle steht – um die Nachhaltigkeit der Zertifizierung und der Marke zu gewährleisten. Ohne Qualitätsanspruch entwickelt sich selbst aus der besten Idee nur wertloses Papier.
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  • 2015.05.11
    Philipp KaufmannZum Profil
    Philipp Kaufmann

    Nachhaltigkeit im Geiste des 3P-Ansatzes

    Bei der Umsetzung des Perspektivenwechsels hin zur Nachhaltigkeit findet oft der 3P- Ansatz Anwendung, der eine ganzheitliche Sichtweise und konsequente Umsetzung ermöglicht:

    Produkte: In der Bau- und Immobilienbranche geht es um Baustoffe und Immobilien. Wir können die ökonomischen und sozio-kulturellen Qualitäten optimieren und gleichzeitig den Eingriff in die Natur minimieren. Instrumente, die die geleistete Performance transparent machen, sind etwa EPDs und Gebäudezertifikate (zB DGNB).

    Prozesse werden ganzheitlich gestaltet und richten sich an neuen Zielen aus. Heute geht es um integrale Planung sowie um zyklusübergreifendes Handeln. Dazu bedarf es Veränderung des Wies, sowohl im Unternehmen selber als auch im Zusammenwirken von Betrieben.

    Personen sind die treibende Kraft und deren Wissen ermöglicht nachhaltiges Handeln. Dies alles wird erst machbar, wenn die handelnden Personen in der Lage sind, die Konzepte zu verstehen und neue Tools anzuwenden.

    Bei der ÖGNI haben wir für diesen 3P-Ansatz  konkrete Umsetzungsstrategien erarbeitet und in den Markt gebracht. Dies alles ist erst der Beginn der vierten industriellen Revolution!
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  • 2015.02.10

    Mehr Sicherheit im österreichischen Trinkwasser

    WASSER ist eines der wichtigsten Güter der Erde. Damit es jedoch für den menschlichen Gebrauch geeignet ist, muss es frei von Krankheitserregern, genusstauglich und rein sein. Diese Anforderungen können die Wasserlieferanten an der Quelle sicherstellen. Sie können jedoch nicht mehr garantieren, dass diese eindeutige Qualität frei von Krankheitserregern bei den Nutzern am Wasserzähler ankommt!

    Die Bevölkerung in Österreich wird zu fast 100% aus Grund- und Quellwasser versorgt. Dies hat zur Folge, dass Umwelteinflüsse stark reduziert ausgefiltert werden. Jedoch gibt es Probleme: Das öffentliche Wassernetz ist voll von Todleitungen und wechselnden Rohrqualitäten, die Verkeimungen fördern können. Vor allem im Sommer, wenn die Wassertemperaturen vereinzelt auf über 20° steigen und mit dieser Temperatur beim Verbraucher ankommen, ist die Qualität bereits gesundheitlich bedenklich. Verantwortlich dafür sind vor allem die Bakteriengruppen Pseudomonas , Legionellen  und E.COLI. 
    Da der Wasserlieferant nicht mehr hygienisch unbedenkliches Wasser, frei von Legionellen, liefern kann, wurde in Deutschland, als erstes Land in Europa der technische Maßnahmenwert für Legionellen auf 100 KBE / 100 ml (=Koloniebildende Einheit) gesetzt. In Österreich ist bisher in keinem Normenwerk die Nutzung der Zapfstellen in Bezug auf die Trinkwasserhygiene geregelt. Auch die EU kann sich seit über 10 Jahren nicht auf einheitliche Rohrmaterialien für die Trinkwasserinstallation einigen.

    Was sollte geschehen damit der Nutzer mehr Sicherheit hat?

    Trinkwasserhygiene ist sehr komplex und viele unterschiedliche Faktoren können hier Einfluss nehmen, etwa der Nährstoffgehalt des gelieferten Wasser, die verwendeten Rohrmaterialien und das Nutzerverhalten.

    Grundsätzlich ist der Einbau eines Eintragsschutzes vor gefährlichen Bakterien die wichtigste Empfehlung. Die Warmwasserbereitung mittels Durchlauferhitzer stellt dagegen keinen nachhaltigen Legionellenschutz dar! Bei Einfamilienhäusern und kleineren Anlagen können bereits mit geringem finanziellem Aufwand die Risiken weitestgehend auf null gesenkt werden. Automatisierte Mindestnutzung und Eintragsschutz geben ausreichend Garantie und Hygienesicherheit.

    Es kann jedoch zusammengefasst werden, dass mehr Hygiene nur durch weniger Komfort und eine geringere Anzahl an Zapfstellen erreicht werden kann. Dies muss jedoch bereits bei der Planung berücksichtigt werden. Bei Großanlagen und zentralen Warmwassersystemen kann durch intelligente Kavitationstechnologie und Entkeimung der Zirkulation bei jeder Boiler Temperatur Hygienesicherheit garantiert werden.

    Besonders entscheidend ist auch, dass bei der Sanierung keine Verlagerung der Legionellenproblematik in das Kaltwassernetz durch erhöhte Warmwassertemperaturen, wie nach ÖN B 5019 empfohlen, stattfindet. Eine 100% Entkeimung der Zirkulation ist in 1-2 Minuten je nach Länge der Leitung gewährleistet. Bei der Vorgehensweise gemäß ÖN B 5019  dauert das Stunden, wobei die Gefahr der thermischen Resistenz der Legionellen bleibt.

    Auch offene Kühltürme sind massive Umweltgefahren, nicht nur in Bezug auf Legionellen. Die Aerosolschwaden ziehen hunderte km über das Land je nach Wetterlage. Sie sind jedoch leider die wirtschaftlichste Art in der Kältetechnik. Als gute Alternative schafft es die BALS LIQUID Technologie , nachhaltig ohne CHEMIE die Keimzahlen unter 100 (=Trinkwasserqualität) zu halten, Härtestabilisierung und Korrosionsschutz nachhaltig zu garantieren.

    Eine Verbesserung der Hygiene und eine Erhöhung der Sicherheit für die Nutzer ist  zusammenfassend nur durch geänderte bzw. angepasste Verordnungen zu erfüllen bzw. durch geändertes Nutzerverhalten und durch einen Eintragsschutz. Auch technische Neuerungen wie die BALS LIQUID Technologie stellen eine Chance dar, die Trinkwasserqualität unbedenklich zu halten und nachhaltig Risiken für Mensch und Umwelt zu minimieren.
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  • 2014.06.26
    Philipp KaufmannZum Profil
    Philipp Kaufmann
    • Ein Vorreiterbeispiel für gelungenen nachhaltigen Wohnbau: Panoramawohnen Steinhaus

    Sozialen Wohnbau durch Nachhaltigkeit aufwerten

    Neun Seiten umfasst der neue Standardausstattungskatalog des oö. Wohnbaulandesrates und steht unter dem Titel "Sozialer Wohnbau: Wege zur Wirtschaftlichkeit ".
    Doch nach der Studie des Dokumentes hege ich Zweifel, ob die Wirtschaftlichkeit des sozialen Wohnbaus auch eine nachhaltige ist. Gewiss, gewisse Maßnahmen mögen teilweise eine Minderung der Investitionskosten zur Folge haben. Doch dies ist meiner Ansicht nach zu wenig, denn ein Grundgedanke der Nachhaltigkeit ist es, die Lebenszykluskosten zu optimieren und somit für niedrige Bewirtschaftungskosten zu sorgen; von diesen niedrigen Betriebskosten und höheren Qualitäten profitieren im Endeffekt die Mieter. Denn mehr als 80 Prozent der Kosten entstehen in der Nutzungsphase einer Immobilie.

    Die ÖGNI fordert daher einmal mehr, den gesamten Lebenszyklus einer Immobilie in den Fokus zu rücken und damit Immobilien mit Mehrwert zu schaffen. Genau aus diesem Grund hat die ÖGNI im Winter des Vorjahres das 7 Punkte Reformprogramm entwickelt, mit dem die neue Bundesregierung aufgefordert wird, die Nachhaltigkeit nicht aus den Augen zu verlieren und damit Wachstum zu ermöglichen. Vor allem die öffentliche Hand hat durch ihre Stellung und ihr großes Volumen an Bauvorhaben einen wichtigen Vorbildcharakter. Und eines darf nicht vergessen werden: die Forderung nach Billig und Quantität zielt auf kurzfristige Impulse. Bessere Gebäude, niedrigere Bewirtschaftungskosten und vor allem zufriedene Nutzer rechtfertigen daher einen geringen Mehraufwand in der Planung und im Bau in jedem Fall.

    Ein Rückschritt bleibt uns hoffentlich erspart, hier müssen wir alle zusammenarbeiten und aufschreien, denn eine solche Entwicklung wird länger wirken und unsere internationale Vorreiterrolle in Frage stellen.
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  • 2014.05.14

    Nachhaltiger Fruchtsalat – sind die Früchte unserer Arbeit nachhaltig?

    Das Team von BLUEWATERS/BLUESAVE blickt auf fünfzehn Jahre Unternehmensgeschichte zurück . Fünfzehn Jahre mit ihren Kunden, mit denen sie gemeinsam gesät und gepflanzt, gepflegt und geerntet haben. Zu diesem Anlass haben wir ein Buch gestaltet mit dem Titel "Nachhaltiger Fruchtsalat"
    Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Öffentlichkeit, aus dem In- und Ausland, aus Regionalpolitik und Interessensvertretung werden darin in fünfzehn Interviews vor den Vorhang gebeten.

    Ihnen werden die folgenden Fragen gestellt: Sind die Früchte unserer Arbeit nachhaltig? Was ist von den gemeinsamen Aktivitäten geblieben? Was sind die aktuellen Herausforderungen in Umwelt- und Klimaschutz? Welche Wünsche und Erwartungen haben sie für die Zukunft?

    Wie die Marke BLUEWATERS im Jahr 1999 entstanden ist, wir im Interview mit Ernst Karl Hauswirth erzählt, sowie über die langjährige Zusammenarbeit mit der TU Wien – in Lehre, Vortragstätigkeit und RICS-Akkreditierung.

    Eine kleine Auswahl aus den internationalen Projekten wird in den Interviews mit Veronika Haunold, Karl-Heinz Dernoscheg und Savo Djustibek vorgestellt.

    Stellvertretend für alle Hausverwaltungen, die BLUESAVE betreut, wurden Helga Brun und Otto Friedrich für ein Interview gewonnen. Mit Christa Kattirs wird über die systematische Entwicklung neuer Dienstleistungen als zentralen Wertschöpfungsprozess in innovativen Unternehmen gesprochen. Thomas Malloth spannt in bewährter Weise den großen Bogen zwischen Urbanisierung, Klimaschutz und Mietrecht und philosophiert über die Wunderfrage.

    Zum Projekt David’s Corner aus dem Forschungsprogramm „Haus der Zukunft“ sprechen Michaela Trojan und Martin Treberspurg, aus unterschiedlichen Blickwinkeln.

    Philipp Kaufmann, Präsident der ÖGNI, gibt im Interview aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln die verschiedensten Informationen zum Thema Nachhaltigkeit. Über die weithin sichtbaren Früchte in Silber und Gold sprechen Ariel Muzicant, Jürgen Haussecker und Gerald Liebscher.

    Christian Pelzl, Fachverbandsobmann der Ingenieurbüros, spricht über unsere gemeinsame Arbeit und zum Spannungsfeld zwischen Umweltschutz, Kundenwunsch und den realen Gegebenheiten, in dem ein Ingenieurbüro seine Position finden muss.

    Die Bezirksvorsteherin des 13ten Bezirks, Silke Kobald, spricht über die Umwelt- und Klimaschutzziele in der Bezirksvertretung, sowie über die Förderung von unternehmerischer Innovation im Bezirk.

    A Limited Edition for Friends and Fans!
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  • 2014.04.11
    Peter EngertZum Profil
    Peter Engert

    CSR-Bericht in der Immobilienbranche oder „Tue Gutes und sprich darüber“

    Was, schon wieder ein Bericht? Wir tun eh schon nichts mehr anderes als berichten! Ist das Pflicht?

    Gerade die Immobilienbranche hat in den letzten Jahren viel in Richtung Nachhaltigkeit getan und konnte dabei selbst erfahren, dass nachhaltiges Handeln ein schönes Stück zum eigenen Erfolg beitragen kann. Immobilien werden im Lebenszyklus betrachtet, Funktionalität tritt in den Vordergrund, die ökologischen Auswirkungen sind niemandem mehr egal, die Gesundheit der Benutzer wird analysiert und es wird dazu beigetragen, sie zu verbessern.

    Wir tun also Gutes – warum nicht darüber berichten? Der CSR-Bericht (Corporate Social Responsibility) ist ein ideales, international anerkanntes Instrument, die vielen Aktivitäten eines Unternehmens, die nie in Jahresberichten oder Bilanzen aufscheinen, der interessierten Öffentlichkeit näherzubringen. CSR-Berichte sind natürlich Leistungsschauen, gelogen werden darf nicht, aber sie geben auch in einer strukturierten Art und Weise ein Bild des Unternehmens, seiner Führung und seiner Mitarbeiter wieder.

    Wo sonst wird über die Gleichbehandlung der Mitarbeiter berichtet? Wie können wir die gültigen Compliance-Regeln unseres Unternehmens berichten, ohne dabei peinlich zu wirken? Viele Unternehmen tun viel für die Umgebung in der sie arbeiten, manchmal werden sie erwähnt, auf den Dressen des Sportvereins vielleicht, aber das Warum wird nur intern niedergeschrieben, für die Revision. Ein Mehrwert für die Reputation wird daraus nur selten gezogen.

    CSR-Reporting ist keine Kunst. Es ist freiwillig, eine Zertifizierung erfolgt nur nach quantitativen Kriterien (auch wenn einige findige Berater versuchen, aus nicht vorgesehenen Zertifizierungen ein Geschäft zu machen). Und das ist gut so. Denn soziales Engagement, nachhaltiges Denken und Verantwortung zu spüren, für den Lebensbereich, in dem wir tätig sind, kann weder verordnet noch zertifiziert werden.
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  • 2013.11.20
    Christian PfeifferZum Profil
    Christian Pfeiffer

    UMWELTFÖRDERUNGEN - Wissen, was für Sie drin ist.

    Die höheren Investitionskosten beim Nachhaltigen Bauen sind immer noch ein Hauptgrund für Bauherren, konventionell zu bauen. In der Regel werden höhere Investitionskosten nicht nur durch geringere Kosten im Betrieb kompensiert, sondern vor allem auch durch Förderungen. Dazu gibt es in Österreich verschiedene Anträge für Landes- oder Bundesförderung- es wird dabei mit jedem Jahr schwieriger, den Durchblick zu behalten.

    Förderrichtlinien und Fördertöpfe unterliegen einem steten Wandel und erfordern zunehmende Expertise und laufende Beschäftigung mit dem Thema. Deshalb kann hier auf das Wissen von spezialisierten Unternehmen zurückgegriffen werden. Die Firma UWEK Gmbh etwa, langjähriges ÖGNI-Mitglied, hat sich auf das Thema der Umweltförderungen von Betrieben spezialisiert. Zu den wichtigsten förderfähigen Maßnahmen in der Bau- und Immobilienwirtschaft zählen dabei Thermischen Sanierungen,Energieeffiziente Neubauten, Beleuchtungsumstellungen sowie Energieträgerumstellungen.

    Als grobe Richtlinie gilt: Überall dort, wo Investitionen mit Energieeffekten getätigt werden, sind Förderungen möglich und sinnvoll. Dank der langjährigen Erfahrung und der engen Zusammenarbeit mit den jeweiligen Förderstellen ist es unser erklärtes Ziel, das Förder-Optimum für unsere Kunden zu erreichen.
    Individuelle Analyse und maßgeschneiderte Optimierung sind die Schlüsselwörter, wenn es um Umweltförderungen geht, denn jedes Projekt ist individuell zu betrachten. Gemeinsam mit dem Kunden sind alle Schritte bis zur Auszahlung der Fördersummen zu planen. So sind wir zum Beispiel während des Förderprozesses laufend mit den zuständigen Architekten, Planern und Bauherren in Kontakt, nehmen an Baubesprechungen teil, erstellen bei Bedarf Energieausweise und prüfen die örtlichen Gegebenheiten.

    Gerade bei nachhaltiger Bauweise können Umweltförderungen eine wesentliche Säule der Finanzierung darstellen. Bei Fragen zum Thema der gewerblichen Umweltförderung stehe ich gerne zur Verfügung.

    Christian Pfeiffer

    Fördermanager
    UWEK GmbH
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  • 2013.10.29
    Harald GregerZum Profil
    Harald Greger

    Urban Mining - Den Recycling-Kreislauf in Schwung halten

    Aufgrund der weltweiten ständigen Verknappung der Rohstoffe und steigender Rohstoffpreise gewinnt "Urban Mining" immer mehr an Bedeutung. Mit "urbanen Minen" ist gemeint, dass Städte wie Bergwerke genutzt werden können: Es geht um die Suche nach Rohstoffen, die in Alltagsgegenständen, Gebäuden und der Infrastruktur verbaut sind – und die man künftig als neue Rohstoffquellen nutzen möchte. Die Gebäude von heute helfen bei der Sicherung der Rohstoffversorgung von morgen. Eine gute und umfangreiche Planung und Bewertung von Gebäuden ist unverzichtbar, um "städtische Minen" für zukünftige Generationen zugänglich zu machen.

    Aluminium als ökoeffizienter Werkstoff
    Aluminium spart aufgrund seiner hohen Recyclingfähigkeit Ressourcen und kann in Zukunft entscheidend zu einer nachhaltigen Rohstoffversorgung beitragen. In Bauanwendungen sind dank der langen Lebensdauer von Aluminiumprodukten weltweit rund 200 Millionen Tonnen Aluminium in Gebrauch. Sie werden beim Rückbau gesammelt und bei einem Energieeinsatz von nur 5 % im Verhältnis zur Primäraluminiumproduktion recycelt. In Europa werden über 96 % des in Gebäuden eingesetzten Aluminiums gesammelt und recycelt. Der Aluminiumbedarf wird zu rund 40 %  über das Recycling von Altaluminium gedeckt - Tendenz steigend.

    An Aluminiumprodukten gehen in Deutschland, Österreich und der Schweiz derzeit jährlich rund 600.000 Tonnen in den Bausektor (Österreich: rund 45.000 Tonnen). Aufgrund der langen Lebensdauer von Gebäuden baut sich hier ein gigantisches Rohstoffreservoir auf, das über fünf Jahrzehnte gesehen rund 30 Millionen Tonnen Aluminium beträgt.(1) "Derzeit kommt auf jeden Österreicher durchschnittlich ein Materiallager von rund einer Tonne Aluminium." Das errechneten Forscher der TU Wien rund um Helmut Rechberger , der ein österreichischer Vorreiter im Feld des "Urban Mining" ist.

    Recycling wichtiges Kriterium für Ökobilanz

    Für die ökologische Beurteilung von Aluminiumfenster müssen neben der Herstellung auch die Nutzung und das Recycling herangezogen werden. Dies entspricht dem Grundprinzip der Ökobilanzierung. Für die erstmalige Herstellung von Aluminium aus Bauxit wird Energie für die Förderung, für die Erzaufarbeitung und für die Elektrolyse benötigt. Diese einmal aufgewendete Energiemenge bleibt aber im Metall gespeichert. Aluminiumprofile werden nach ihrem Einsatz ohne Qualitätsverlust recycelt und stehen durch Einschmelzen wieder als hochwertiges Metall zur Verfügung. Das Umschmelzen von Schrotten bringt eine Stromersparnis von bis zu 95 % gegenüber der Herstellung aus Tonerde.

    Recycling von Aluminium bedeutet:
    - 95 % weniger Energie und
    - 95 % weniger CO2-Emissionen als für die Gewinnung von Primäraluminium.(2)

    Die österreichische Aluminiumindustrie erzeugt jährlich rund 200.000 Tonnen Umschmelzaluminium auf Basis von Recyclingaluminium.(3) Laut Gesamtverband der Aluminiumindustrie (GDA) nahm die weltweite Produktion von Umschmelz- oder Recyclingaluminium im Jahr 2010 gegenüber dem Vorjahr um 4,7% zu. Es wurden von den weltweit produzierten 8 Millionen Tonnen Umschmelzaluminium rund 43% auf dem amerikanischen Kontinent, rund 29% in Europa und rund 25% in Asien produziert. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie hier .

    Literaturquellen:
    (1) Alu D.A.C.H, GDA: Broschüre: An die Zukunft denken - mit Aluminium bauen, 2012, S. 14/15
    (2) Alu D.A.C.H, GDA: Broschüre: An die Zukunft denken - mit Aluminium bauen, 2012, S. 14/15
    (3) Fachverbände Bergbau-Stahl und NE-Metall: Nachhaltigkeitsbericht 2010/2011, 2012, S. 35
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  • 2013.10.17
    Willibald  Kaltenbrunner Zum Profil
    Willibald Kaltenbrunner

    Smart Cities – mehr als nur nachhaltige Gebäude

    Sind Ihnen schon einmal auf der Donauuferautobahn (A22) nach Wien kurz vor der Auffahrt Nordbrücke 3 Plakate aufgefallen? Das erste lautet „Wien hat 1,8 Millionen Gehirne“, das zweite darauffolgende „Nutzen wir sie“. Und auf dem 3. Plakat erfährt man des Rätsels Lösung „Smart City Vienna“.
    In den nächsten Jahrzehnten wird Wien auf über 2 Mio. Gehirne anwachsen, allein der Zuwachs im Jahr 2012 betrug rund 26.000 Menschen. Besonders der „smarte“ Umgang mit der damit verbundenen Verdichtung der Stadt, die trotzdem eine hohe Lebensqualität ermöglicht, ist wesentlich für die BewohnerInnen. Die ambitionierten Ziele der Smart City können nur mit der Identifikation aller Beteiligten erreicht werden.
    Um Stadt- und Quartiersentwicklung langfristig und sinnvoll gestalten zu können, arbeiten wir von denkstatt mit einem  „Nachhaltigkeitskompass“. Dieses Bewertungsinstrument unterstützt bei der Komplexität des Thema durch kommunizierbare Standards, klare Ziele und eine sichere Planung. Aber auch dabei, dem Wesen der Stadt gerecht zu werden. Denn Stadt steht für Vielfalt und für eine nachhaltige Entwicklung braucht es individuellen Spielraum genauso wie Beteiligung.

    Derzeit wird nachhaltige Quartiersentwicklung nur in Ansätzen umgesetzt. In Zukunft wird es eine verstärkte Vernetzung und Zusammenarbeit von Stadtplanung und Objektplanung brauchen. Denn dieser Weg bedeutet weit mehr als die Summe nachhaltiger Gebäude in einem Stadtquartier.
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  • 2013.10.08
    Johannes StockingerZum Profil
    Johannes Stockinger

    Heizwärmebedarf – eine sinnlose Vergleichsgröße?

    Seit der Einführung von Energieausweisen in Österreich im Jahr 2004 sind fast 10 Jahre vergangen. Was damals als unglaubliche Neuerung galt ist heute anerkannter Status und gilt kaum mehr als Geheimwissenschaft – der Heizwärmebedarf.
    Als eine Art Wettbewerbsmotor hilft er im Vergleich zwischen Gebäuden den Besseren zu einer größeren Fördersumme. Doch seit der Einführung der OIB-Richtlinie 6 in den verschiedenen Bundesländern und deren Novelle im Jahr 2011 ist vielen Fachleuten klar geworden, dass es noch weitere Vergleichsgrößen gibt, die näher an der energietechnischen Qualität (Endenergiebedarf) und auch bei den ökologischen Auswirkungen (Primärenergiebedarf und Kohlendioxidemissionen) tatsächliche Vergleiche ermöglichen.
    Alle haben sie jedoch eines gemeinsam – sie spiegeln weder reale Energieverbräuche noch tatsächliche Auswirkungen wieder. Auf Basis von Klimamodellen, Nutzerverhalten, haus- und energietechnischen Kennzahlen helfen diese Zahlen dem Planer, Bauherren aber auch Förderstellen, den Vergleich von Gebäuden, Bauformen, haustechnischen Lösungen, Standorten oder auch Nutzungsstrategien zu verbessern und sinnvoll Entscheidungen zu treffen.
    Vorsicht sollte man allerdings immer sein, wenn ein Fachmann diese Zahlen verwendet um Strom- oder Pelletsbedarf vorherzusagen. Besonders hellhörig sollte man werden, wenn dies auf Basis des Heizwärmebedarfs passiert!
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  • 2013.09.05
    Marek KocherZum Profil
    Marek Kocher

    Positives Raumklima durch begrünte Wände

    Eine Florawall, also eine vertikal begrünte Wand für Innenräume, hat eine Vielzahl an positiven Wirkungen. Zum ersten Mal in Europa wurden diese Effekte mit einer wissenschaftlichen Studie belegt. Bei einer objektiven Untersuchung an der FH Burgenland wurde die Florawall nach wissenschaftlichen Kriterien getestet und zusätzlich auch noch im Rahmen einer Diplomarbeit untersucht.

    Die Wissenschaftler gingen bei der Analyse zweigleisig vor: Bei der Laboruntersuchung wurde die Florawall über 3 Monate in einer Klimakammer getestet. Parallel wurden unter Realbedingungen, die subjektive Wirkung und die Raumklimaauswirkungen untersucht. Dazu gab es eine Gruppe, die eine Florawall im Raum hatte und eine Vergleichsgruppe ohne Florawall. Durch das Parallel-Setting können fundierte Aussagen sowohl über die Labor- als auch über die Realbedingungen getroffen werden.

    Bei der Studie konnte nachgewiesen werden, dass eine Florawall
    • die Raumfeuchtigkeit erhöht
    • für einen deutlich erhöhten Schallschutz sorgt
    • die CO2 Konzentration reduziert und eine positive Auswirkungen auf die Gesundheit aber auch auf das subjektive Wohlbefinden hat

    Arbeitsplatz-Klima
    Trockene Augen, Konzentrationsschwächen, Kopfweh, erhöhte Krankenstände und Absenzzeiten – kurz gesagt alles, was auch als Sick Building Syndrom bekannt ist – können demnach mit einer Florawall deutlich verringert bzw. vermieden werden. Der erschreckende Ist-Zustand in heimischen Büros ist von den gesetzlichen Vorgaben nämlich weit entfernt. Vorgeschrieben sind laut ArbeitnehmerInnenschutzgesetz mindestens 40 % Raumfeuchtigkeit, tatsächlich kämpfen die meisten Büroangestellten belegbarerer Weise mit Werten von nur 18 bis 25 % Raumfeuchtigkeit. Was im Sommer noch erträglich ist, wird spätestens in der Heizperiode im Winter zur Qual.
    Die Ergebnisse weisen einen eindeutigen Zusammenhang zwischen dem Einsatz einer Florawall und der Verbesserung der Raumfeuchtigkeit nach. Gerade in Büroräumlichkeiten, aber auch in fast allen anderen Immobilien ist zu trockene Luft oftmals ein gesundheitliches Manko. Mit einer Florawall lässt sich die Raumfeuchtigkeit konstant heben, was positive Auswirkungen auf die Gesundheit aber auch auf das subjektive Wohlbefinden der Gebäudenutzer zur Folge hat, wie die Untersuchungen zeigen.

    Akustik
    So nachhaltig viele neu geplante Gebäude sind, ein großes Problemfeld dabei ist jedoch die Akustik in den Räumen. Durch innovative Klimasysteme dürfen etwa Decken nicht mehr abgehängt werden, was einen hohen Lärmpegel zur Folge hat. Gerade in Großraumbüros, Lobbys und Besprechungsräumen verhindert dies ein produktives Arbeiten bzw. einen angenehmen Aufenthalt. Der direkte Vergleich von Räumen, in denen eine Florawall steht zu jenen in denen keine steht, zeigt, dass in den Räumen mit Florawall die Nachhallzeit merklich gesenkt wird.

    CO2-Reduktion
    Noch ein Wort zum bösen CO2: Die Studie hat ja sowohl objektive Messungen und subjektives Befinden erfasst. Dabei konnte etwas Verblüffendes festgestellt werden: Zwar wird durch den Einsatz der Florawall eine CO2-Reduktion erzielt, was für das Wohlbefinden des Körpers positiv ist, allerdings kann die Reduktion vom Menschen nicht wirklich wahrgenommen werden. Dennoch geben die Befragten an, sich besser zu fühlen – ein Paradoxon. Als mögliche Erklärung kann auf die subjektive, beruhigende und "gesundheit-ausstrahlende" Wirkung der Florawall verwiesen werden. Am Ende ist’s wurscht: Wenn’s nachweislich gesünder UND sich der Nutzer besser fühlt, haben alle was davon!
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  • 2013.07.09
    Matthias RatheiserZum Profil
    Matthias Ratheiser
    • Weatherpark Geschäftsführer

    Heiße Städte im Klimawandel

    Mitte Juni 2013 war es in der Innenstadt von Wien an vier Tagen hintereinander über 30°C heiß. Das ist kein Einzelfall, denn die mittlere Anzahl der Tage pro Jahr mit einem Maximum von mehr als 30°C hat sich seit der Mitte des 20. Jahrhunderts auf 15 fast verdoppelt. Dieser Effekt ist eine Folge des Klimawandels, den wir derzeit miterleben. Doch welche Auswirkungen hat der Klimawandel auf die Planung von Städten und Gebäuden?

    Der Klimawandel wird, soweit es die bisher entwickelten Szenarien erkennen lassen, die einzelnen meteorologischen Parameter verändern und daher auf das Wohlbefinden der Menschen im Freien – den so genannten Humankomfort - Einfluss nehmen. Auf Stadtgebiete trifft dies in besonderem Maße zu, da einige der relevanten Faktoren durch die städtische Bebauung eine zusätzliche Verstärkung erfahren. Der Effekt der städtischen Wärmeinsel etwa, der den Temperaturgegensatz zwischen Stadt und Land zum Ausdruck bringt, führt bei einem durch den Klimawandel induzierten generellen Anstieg der Lufttemperatur zu einer überproportional stärkeren Zunahme der Temperatur in Ballungsräumen. Das bewirkt eine Ausweitung der Zonen mit Hitzestress im Stadtgebiet, was wiederum die Zahl der Hitzetoten ansteigen lassen wird. Dem kann durch eine geeignete Freiraum- und Stadtgestaltung, die die meteorologischen Zusammenhänge berücksichtigt, entgegen gesteuert werden. Derzeit wird etwa in Paris eine Umgestaltung des Place de la République nach Humankomfort-Kriterien durchgeführt (stark reflektierende Oberflächen, Wasserspiele, Schattenspender,...).

    Wichtig ist, dass die Begrifflichkeiten und Phänomene richtig benannt werden. Denn der Wärmeinseleffekt (z.B.: Gebäude der Stadt speichern unter Tags Energie und geben diese in der Nacht ab und halten so die Lufttemperatur höher als in der Umgebung) ist in mitteleuropäischen Städten in klaren Winternächten am stärksten ausgeprägt. In einer Dezember-Nacht 2010 war etwa der Temperaturunterschied zwischen der Innenstadt in Wien (-6,4°C, „warme“ Insel) und dem nahe Wien gelegene Groß Enzersdorf (-20°C, kalte Umgebung) 13,6°C. An einem heißen Sommernachmittag 2011 hatte die Innenstadt 33,5°C, Groß Enzersdorf 33,0 °C. Aber auch mit einem schwachen Wärmeinseleffekt unter Tags wird im Sommer die Stadt als (viel) heißer als die ländliche Umgebung empfunden. Dies ist jedoch hauptsächlich auf die bisherige Planung, Gestaltung und Umsetzung von Gebäuden und Freiflächen in der Stadt zurückzuführen. Denn diese bewirken tagsüber oftmals eine Verringerung des Humankomforts und nicht so sehr eine Erhöhung der Lufttemperatur in der Stadt im Vergleich zum Umland. Zusätzlich haben Hitzeperioden mit niedrigem Humankomfort in der Stadt auch noch hohe Temperaturminima in der Nacht und verhindern somit eine Erholung vom Hitzestress (rund 4-5°C Unterschied zum Land). Als Folge sind vermehrt Gesundheitsprobleme und eine höhere Sterblichkeit im Zuge von Hitzeperioden zu beobachten.

    Für ein nachhaltig verträgliches Stadtklima ist die Sicherstellung einer ausreichenden Versorgung mit (kühler) Frischluft entscheidend. Eine gute Belüftung wird erreicht, indem bestehende Luftschneisen nicht durch Bebauung blockiert und in dem neue Wege für die Frischluft geschaffen werden. Weiters ist die Schaffung und richtige Positionierung von Grünzonen für die Frischluftversorgung bedeutend. Außerdem sollten bei der Planung von Gebäuden Freiräume vorgesehen werden, die angenehme Verhältnisse für einen längeren Aufenthalt schaffen.  Maßnahmen, die die erwähnten hohen gefühlten Temperaturen abmildern, werden immer wichtiger, da ja bereits jetzt im Sommer an 15 Tagen oder mehr die 30°C-Marke überschritten wird.

    Die erwähnten Werkzeuge gemeinsam mit dem Know-How von Meteorologen ist für die nachhaltige Planung und Gestaltung unserer klima(wandel)angepassten Städte unentbehrlich. Diese beginnt bei der nachhaltigen Planung der einzelnen Gebäude, weshalb daran gearbeitet wird, das Thema Mikroklima in das Zertifizierungssystem der ÖGNI aufzunehmen.


    Mag. Matthias Ratheiser
    Mag. Simon Tschannett
    Mag. DI Wolfgang Gepp

    Geschäftsführer, Weatherpark  GmbH – Meteorologische Forschung und Dienstleistungen
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    • Georg Heinz @ 11.07.2013
      Das neue Wissen finde ich richtig gut und stimmig; gerade bei diesem Sommer. Echt gut geschrieben, da es für mich lesbar ist.
    • Susanne Ausserer @ 11.07.2013
      Danke. Super Input. Endlich verstehe ich es.
  • 2013.07.02
    Christian WetzelZum Profil
    Christian Wetzel

    Jetzt neu: Lebenszyklus-Rendite

    Im Rahmen der Lebenszykluskostenanalyse werden die Herstellungskosten, die Kosten innerhalb der Nutzungsphase und die Rückbaukosten eines Gebäudes untersucht. In Ermangelung belastbarer Informationen in der frühen Planungsphase lassen es einige Nachhaltigkeits-Bewertungssysteme (z.B. der DGNB) zur Ermittlung der zu erwartenden Kosten in der Nutzungsphase jedoch zu, einen prozentualen Aufschlag auf die besser bekannten Herstellkosten vorzunehmen. Der Lebenszykluskosten-Ansatz ist somit auf die Herstellungskosten eines Gebäudes fokussiert.

    Es ist nicht verwunderlich, dass bei dieser Herangehensweise Gebäude, die in Top-Lagen errichtet werden, und bei denen aufgrund luxuriöser Ausstattung und hochwertiger Materialien die Herstellungskosten entsprechend hoch ausfallen, auch bei der Betrachtung über die gesamte Lebensdauer hinweg hohe Lebenszykluskosten aufweisen. Da aber in den meisten Nachhaltigkeits-Bewertungssystemen die Lebenszykluskosten die ökonomische Qualität des Gebäudes maßgeblich beeinflussen, kann dies bei einer Nachhaltigkeitsbewertung zu einer insgesamt schlechten Bewertung dieser Immobilien führen. Somit entsteht der Eindruck, dass Gebäude mit hohen Herstellungskosten automatisch "unökonomisch" seien.
    Diese These ist selbstverständlich nicht haltbar, da Gebäude in Top-Lagen hohe Qualitäten aufweisen sollten, um entsprechend hohe Mieteinnahmen oder Verkaufserlöse zu erzielen. Konkret: Nach dem Lebenszykluskostenansatz ist ein Neubau mit Herstellungskosten von 2.500 €/m² und einem Verkaufserlös von 3.000 €/m² tatsächlich "ökonomischer" als ein Neubau mit Herstellungskosten von 5.000 €/m² und einem Verkaufserlös von 12.500 €/m².

    Um diesen Missstand aufzulösen sollte statt der "Lebenszykluskosten" die "Lebenszyklus-Rendite" betrachtet werden. Dieser Ansatz findet bei der BlueCARD bereits Anwendung. Hier werden neben den üblichen Kosten auch die Erträge während der Nutzungsphase berücksichtigt. Dies geschieht in Form von Nettokaltmieten (im eigengenutzten Bereich entsprechend kalkulatorischen ortsüblichen Mieten), die mit Leerstandsraten und Mietsteigerungsraten gewichtet werden.
    Die hierzu notwendigen Informationen werden in den meisten Unternehmen ohnehin bereits ermittelt. Während die Einnahmenseite in der Unternehmenssteuerung und im Controlling detailliert abgebildet wird, sind die Themen Nachhaltigkeit und Kosten hingegen eher im technischen Bereich angesiedelt. Im Sinne einer holistischen Betrachtung von Immobilien über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg, müsste man also nur die ohnehin vorhandenen Daten besser vernetzen.
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  • 2013.06.20

    Smart Cites: Reale Planung oder fernes Ökotopia?

    Immer mehr Menschen ziehen in Städte, die in Folge dessen rasant wachsen. Wien wird in den nächsten Jahrzehnten auf rund zwei Millionen Einwohnerinnen und Einwohner anwachsen. Um sich das konkret vorzustellen: Dieser Bevölkerungszuwachs entspricht der Anzahl an Menschen, die derzeit in Graz wohnen. Nun, um diesen zusätzlichen Menschen ein Zuhause und Infrastruktur zu schaffen, ist es ist wohl keine Option, die Stadt Graz im Marchfeld einfach nachzubauen. (Wobei der Gedanke Charme hätte – man denke nur daran, wie Hallstadt in China nachgebaut wurde.) Doch die grundlegenden Fragen bleiben: Wie soll dieses Wachstum gestaltet werden? Wie nachhaltig sind diese Bebauungen? Was bedeutet das ökologisch, sozial, kulturell und funktional? Konzepte zu „Smart Cities“ sollen dazu Antwort geben.

    Das Wachstum wird nicht nur am Stadtrand stattfinden, sondern auch durch Nachver-dichtung. Alte Bahnhöfe, Kasernen und Fabriken spielen dabei eine wesentliche Rolle. Intelligente Quartierentwicklung im Zentrum wie am Rande der Stadt ist daher wesentlich. Dafür braucht es die richtigen Planungs- und Bewertungstools für alle Themen nachhaltiger Entwicklung: Lebensqualität, soziale Akzeptanz und Inklusion, Technologie- und Wirtschaftsentwicklung sowie Ressourceneinsparung und Klimaschutz. Das DGNB-Bewertungssystem für nachhaltige Stadtquartiere ist hierfür ein gutes Tool. Wichtig ist dabei: In allen Planungsphasen soll Nachhaltigkeit in seiner Vielschichtigkeit berücksichtigt werden. Insbesondere in der frühen Phase werden mit den ersten Konzepten bereits Weichenstellungen gesetzt, die eine spätere nachhaltige Ausrichtung leicht oder schwer machen können. Darüber hinaus gilt es bei allen Beteiligten Raum zu schaffen, um eine gemeinsame Vision und Begeisterung für ein nachhaltiges Quartier aufkommen zu lassen. BauherrInnen, Fachplaner und Behörden müssen sich einig sein, um im Anschluss fixe Kriterien für die angestrebten sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Qualitäten zu erarbeiten. Ob diese Kriterien dann auch in allen Phasen der Umsetzung eingehalten werden, muss laufend überprüft werden.

    So kann es gelingen, dass Smart Cities jetzt schon Wirklichkeit werden. Manche Visionen für die Stadt der Zukunft leben technologische Utopien aus, die stark an die Träume der 50er und 60er Jahre erinnern, in der etwa fliegende Autos das Stadtbild prägen. Wir sollten aber nicht auf einen Deus ex machina warten, der mit zukünftigen technologischen Innovationen alle unsere Probleme lösen wird. Denn wir haben heute schon das Know-how für nachhaltige Stadtentwicklung – wir brauchen es nur motiviert und konsequent um-setzen.

    Karl Resel
    Manager Produktgruppe „Nachhaltige Entwicklung“
    Denkstatt GmbH
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  • 2013.05.15
    Julia GrillmairZum Profil
    Julia Grillmair
    • Co-Autor Mag. Wolfgang Vejdovsky

    Die Wirtschaftlichkeit von nachhaltigen Revitalisierungen bei Einkaufszentren

    Das Bewusstsein für Nachhaltigkeit hat in den vergangenen Jahren Einzug in die Immobilienbranche gehalten. Nicht zuletzt aufgrund der von der Europäischen Union 2002 verabschiedeten „European Energy Performance of Building Directive“, welche die Verfügbarkeit eines Gebäudeenergieausweises für Neubau- und Bestandobjekte vorschreibt, wird das Thema Nachhaltigkeit mittlerweile auf breiter Basis diskutiert.

    Infolgedessen hat das Aufgabenfeld von Eigentümern von Einkaufszentren deutlich an Komplexität gewonnen. Diese müssen sich nun nicht nur fragen, wann und in welchem Umfang ein Shopping Center revitalisiert werden sollte, sondern auch, ob dies auf nachhaltige Weise – d.h. unter besonderer Berücksichtigung ökologischer und sozialer Aspekte – geschehen soll.

    Das Eigentümerinteresse an nachhaltigen Revitalisierungen ist nach wie vor verhalten. Die möglichen positiven Effekte nachhaltiger Revitalisierungsmaßnahmen liegen auf der Hand: höhere Mieten, deutlich geringere Betriebskosten und eine verbesserte Auslastung sind nur einige der Vorteile, die sich Bestandhalter von nachhaltigen Revitalisierungen versprechen.

    Dennoch macht eine Recherche in den Datenbanken der Building Research Establishment (BRE) in Großbritannien sowie der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) deutlich, dass das Interesse der Eigentümer am Erwerb eines Zertifikats für nachhaltige Revitalisierungen bei Einkaufszentren nach wie vor verhalten ist. Investoren fürchten ein Ungleichgewicht zwischen Eigentümer- und Mieternutzen. Doch besteht dieses Ungleichgewicht tatsächlich?

    Ein Fallbeispiel
    Eine von der Autorin gemeinsam mit dem Einzelhandelsspezialisten Alexander Koller durchgeführte Analyse der Wirtschaftlichkeit der nachhaltigen Revitalisierung zweier Einkaufszentren in Österreich und Portugal geht dieser Frage nach. Beide Einkaufszentren wurden in Anlehnung an die Vorgaben von BREEAM (Building Research Establishment Environmental Assessment Method) bzw. DGNB auf ökologisch und sozial nachhaltige Weise umfangreich revitalisiert. Dabei wurde insbesondere im Fall des portugiesischen Shopping Centers großer Wert auf die Verbesserung der ökologischen Performance gelegt. Anschließend wurde anhand eines DCF-Modells überprüft, ob die Revitalisierung aus Sicht des Eigentümers sowie aus Sicht der Mieter als wirtschaftlich sinnvoll anzusehen ist.

    Ergebnisse
    Während der Eigentümer des österreichischen Einkaufszentrums das Mietniveau durch die Revitalisierung deutlich steigern konnte, blieben die Mietsteigerungen des portugiesischen Shopping Centers deutlich hinter den Erwartungen zurück. Aufgrund der umfangreichen ökologischen Revitalisierungsmaßnahmen konnten die Betriebskosten des portugiesischen Einkaufszentrums jedoch drastisch gesenkt werden, was zu einem deutlichen wirtschaftlichen Vorteil für die Mieter führte.

    Fazit
    Anhand des Fallbeispiels wird deutlich, dass nachhaltige Revitalisierungsmaßnahmen nicht zwangsläufig zu deutlichen Mietsteigerungen – und somit zu einem wirtschaftlichen Vorteil für die Eigentümer – führen. Aufgrund der Tatsache, dass die Betriebskosten üblicherweise auf die Bestandnehmer überwälzt werden, profitieren von Betriebskosteneinsparungen, die aus nachhaltigen Revitalisierungen resultieren können, unter Umständen tatsächlich primär die Mieter.

    Aus diesem Grund ist es wesentlich, bereits im Vorfeld einer geplanten, nachhaltigen Revitalisierung die Kosten- und Nutzenstruktur detailliert zu evaluieren. Mithilfe von „Green-Lease“ Verträgen, welche die Aufteilung von Kosten und Nutzen präzise festlegen, kann eine Grundlage für eine faire Verteilung des Nutzens zwischen Eigentümer und Mieter – und somit eine Basis für den wirtschaftlichen Erfolg aus Eigentümersicht – geschaffen werden.

    In jedem Fall gibt es jedoch zu bedenken: Handel ist Wandel. Stärker als noch vor einigen Jahren spielt die gesamte monatliche Belastung – und somit auch die Höhe der Betriebskosten – für Einzelhändler eine wesentliche Rolle bei der Standortauswahl. Eigentümer von Einkaufszentren, welche dies erkennen – und Maßnahmen zur Senkung der Betriebskosten ergreifen – könnten langfristig einen Wettbewerbsvorteil haben.
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    2 Kommentare
    • Julia Grillmair @ 25.05.2013
      Herzlichen Dank! Natürlich handelt es sich hierbei lediglich um ein Fallbeispiel-um die allgemeine Gültigkeit der gewonnenen Erkenntnissen zu evaluieren, ist auf diesem Gebiet weitere Forschungsarbeit notwendig.
    • Gunda Weihs @ 16.05.2013
      Gratuliere. Echt interessant. Ich hätte mir dies bei Einkaufszentren nicht gedacht. Sind Sie sich da wirklich sicher?
  • 2013.05.07
    Philipp KaufmannZum Profil
    Philipp Kaufmann

    Mietzins ade - was kommt jetzt?

    Sag dem Mietzins leise Servus
    Wer Nachhaltigkeit lebt, optimiert seine Immobilie über den Lebenszyklus. Und damit auch die größte Kostenposition, nämlich die Bewirtschaftungskosten, welche für 80 Prozent der Lebenszykluskosten verantwortlich sind. Genau hier spießt sich aber die Theorie bei der Umsetzung der Praxis. Bei den bisherigen einfachen Mietvertragsmodellen, bei der für die Überlassung einer Fläche ein Entgelt vereinbart wird, profitiert der Mieter davon und der Vermieter trägt die Kosten. In unserem Wirtschaftssystem können daher solche Modelle von sich aus nicht erfolgreich sein.

    Der nachhaltige Mietvertrag
    Die Lösung liegt auf der Hand: wir brauchen moderne Gestaltungsmöglichkeiten, die unserer Wirklichkeit entsprechen und das Eigentümer-Nutzer-Dilemma lösen. Und vor allem brauchen wir  die Sicherheit, dass diese neue Ideen auch von beiden Vertragsparteien akzeptiert werden und halten. Denn nur wenn belastbaren Vertragsklauseln „Standard“  sind kann z.B. ein Developer sein Geld in solche neue (Business-) Modelle investieren. Um dies zu erreichen, wurde 2012 eine ÖGNI Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, um einen Leitfaden für den nachhaltigen Mietvertrag zu erarbeiten. Unter der Leitung von Stefan Artner und Mitarbeiter der namhaftesten Anwaltssozietäten, wie SCWP, Wolf Theiss, Heid Schiefer, LAW firm und Schönherr entstehen 2013 Inhalte aber vor allem konkrete Textbausteine, welche hier eine neue Sichtweise aus der Branche für die Branche entstehen lassen. Dies beginnt bei der Verwendung von biologischen Reinigungsmitteln, reicht über den Einsatz zB von LED-Technologien und endet in neuen Modellen, bei denen wir nicht mehr alleine von Betriebskosten im Sinne des MRG reden sondern tatsächlich von den Bewirtschaftungskosten und darüber hinaus von zusätzlichen Dienstleistungen. Für den Mieter, der sich auf seine Kernkompetenzen konzentrieren kann, sind dann umfassende Qualitätsniveaus, Kostentransparenz und Kostensicherheit keine Utopie mehr. Im Idealfall hat er alle Informationen über die gesamte Nutzungsperiode, seinem Mietzyklus.

    Mehrwerte für Vermieter, Mieter und Betreiber
    Der nachhaltige Mietvertrag wird unser Handeln verändern und aus der bisherigen (Flächen-) Miete eine umfassende Dienstleistung des Vermieters und Betreibers machen; diese Mehrwertmiete kann sogar so weit entwickelt werden, dass wir von einer „All-in Miete“ (oder Brutto-Miete) reden, die alles umfasst. In diesem Fall „bestellt“ der Mieter seinen Anforderungen entsprechend Pakete ähnlich den Produkten im Bereich der Mobilfunkbranche – und das wichtigste: davon profitieren alle zentralen Akteure der Bewirtschaftung: der Vermieter kann für gute Leistung gutes Geld verdienen, der Betreiber erbringt exzellente Leistungen, die auch honoriert werden, und der Nutzer bekommt einfach mehr für sein Geld und weiß, dass er in der Immobilie nicht nur arbeiten darf, sondern sogar glücklich wird.
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    1 Kommentar
    • Oliver Puchner @ 16.05.2013
      Super Idee. Ich gratuliere!!!
  • 2013.04.25
    Harald GregerZum Profil
    Harald Greger

    Behagliches Wohnklima

    Die Anforderungen an Baustoffe sind in den letzten Jahren massiv gestiegen. Fenster bilden hier keine Ausnahme. Sie dienen heute nicht mehr nur dem Schutz vor wechselnden Witterungseinflüssen und dem Schall- und Brandschutz, sondern übernehmen eine wichtige Rolle als Verbindungsglied zwischen dem Innenraum und der Außenwelt. Bauherren wollen mit viel natürlichem Licht leben und die bestmögliche Wärmedämmung, damit die Energie im Haus bleibt. Dazu ist es wichtig, das Gebäude "dicht" zu machen. Alte Fenster sind oft energetische Lecks von Gebäuden.

    Von der Planung bis zum Rückbau
    Aufgrund steigender Nutzungskosten ist heute die Berechnung der gesamten Lebenszykluskosten von Immobilien bereits in der frühen Planungsphase notwendig. Fenster spielen dabei eine wesentliche Rolle, da sie die Lücken in der Außenhülle ohne Wärme - und Energieverlust schließen und damit ein konstanter Wert über die gesamte Nutzungsdauer bis zur Wiederverwertung gehalten wird. Voraussetzung dafür sind qualitativ hochwertige Fenster und ein perfekter bedarfsgerechter Einbau.

    Verantwortungsvolles Bauen und die Berechnung der Kosten beginnt bei der Planung, führt über die Realisierung zur Nutzung und endet bei der Demontage eines Bauwerkes. Bisher lag der Fokus von Bauherren und Planern meistens auf den Errichtungskosten. Zunehmend treten jedoch die durch das Planen und Bauen determinierten Nutzungskosten in den Vordergrund. Sie sind der größte Teil aller Aufwendungen für ein Gebäude. Die Betrachtung dieser Lebenszykluskosten im Zusammenhang mit Fenster- und Türkonstruktionen ist für uns von großer Bedeutung.

    Angenehmes Wohngefühl durch individuelle Gestaltung
    Alle Öffnungen eines Hauses, seien es Fenster, Türen oder Lichtdächer, sind Gestaltungselemente, mit denen einem Gebäude ein einzigartiges Aussehen verliehen werden kann. Form und Farbe prägen das Erscheinungsbild nach außen. Im Inneren bilden sie die Basis für ein besonderes Wohnklima, denn sie bringen Licht und Sonne ins Haus.

    Vor allem große Fensterflächen mit schlanken Profilen bringen viel natürliches Licht in den Innenraum und erzeugen damit ein modernes, mit dem Außen verbundenes Wohngefühl. Aluminium eignet sich aufgrund der optimalen Tragfähigkeit ohne Verwinden ganz besonders dafür, auch weil heute die Gläser in der Regel aufgrund einer 3-fach Verglasung sehr schwer sind.

    Die Wahl des Fensterwerkstoffs
    Bei der Wahl des Fensterwerkstoffs sind technologische, ökonomische, ökologische und gestalterische Aspekte ausschlaggebend. Aluminiumfenster überzeugen durch Stabilität, einer langen Funktionstüchtigkeit und grenzenloses Design. Alle Größen und Formen in allen architektonischen Stilen sowie hunderten Farben durch Oberflächenveredelung sind möglich. Eine lange Lebensdauer, minimale Wartung und ein stabilen Wert machen Aluminiumfenster zur wirtschaftlichsten Entscheidung. Aluminiumprofile werden nach ihrem Einsatz ohne Qualitätsverlust recycelt und stehen durch Einschmelzen wieder als hochwertiges Metall zur Verfügung.
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  • 2013.03.14
    Karl PlobergerZum Profil
    Karl Ploberger
    • Karl Ploberger

    Biologisch Gärtnern heißt nachhaltig denken

    Karl Ploberger ist Österreichs bekanntester Biogärtner. In seinen Büchern verhilft er seinen Lesern mit wenig Aufwand zu wunderschönen Gärten. Mit der ORF-Sendung "Natur im Garten" wurde der Oberösterreicher landesweit bekannt. Seine unkomplizierten Gartentipps sind bei Hobbygärtnern sehr gefragt.

    Gärten bestehen nicht bloß aus Bäumen, Sträuchern und Blumen – zum wahren Paradies wird ein Garten erst, wenn er mit Leben erfüllt ist. Daher wird schon bei der Planung auf das Gleichgewicht von Tieren und Pflanzen Rücksicht genommen. Ein Stück Paradies, das der Mensch schafft und als Natur aus zweiter Hand bezeichnet werden kann.
    Es beginnt mit den kleinen Oasen für Tiere – den Laufkäfern, die sich unter dem Laub verstecken, das als Mulch unter einer Wildsträucherhecke liegen bleibt. Genau in so einer Hecke ist das Leben (siehe Kapitel „Wildsträucher“) am Vielfältigsten – von den vielen Vögeln bis hin zu den Eichkätzchen, die sich die Nüsse holen.
    Ein großes Naturparadies ist aber auch der Gartenteich, das Feuchtbiotop: mit Libellen, Kröten, Molchen, Ringelnattern.

    Der Totholzhaufen
    Es ist die oft vergessene Oase am Rand des Gartens – ein kleines wildes Eck, wo Brennnessel wachsen dürfen und damit den Raupen des Tagpfauenauges Futter geben. Wo aber auch alte Wurzelstöcke liegen bleiben, Baumteile verrotten oder Äste und Laub – wie zufällig aufgeschichtet – liegen. Es mag einem Laien als „unordentlich“ erscheinen. Macht man aber einen Blick genauer auf dieses Eck, dann bewahrheitet sich der alte Spruch: „Es gibt nichts lebendigeres als ein Stück Totholz“.
    Pilze erobern schon nach kurzer Zeit das Holz und durchwachsen es mit ihrem Mycel. Geschätzte 25 Prozent aller in Mitteleuropa lebenden Käfer sind auf zerfallendes, verfaulendes und verrottendes Holz angewiesen. Und – als Teil der Nahrungskette – eine wichtige Grundlage für das Leben vieler anderer Tiere, die von diesen Insekten leben. Denken wir nur an den Specht, der in alten Bäumen nach Larven sucht und zum Teil tiefe Löcher hämmert, die wieder Nistmöglichkeiten für andere Tiere bietet.
    Gerne verstecken sich in solchen Totholzhaufen Mauswiesel (ein wichtiger Regulator bei Wühlmausproblemen) und diverse Mäuse. Darunter auch die Haselmaus – ebenfalls ein kleiner aber wichtiger Schädlingsregulator, der gerne Raupen, Schneckeneier und viele andere Insekten vertilgt.

    Insektenhaus
    Gerade in den letzten Jahren sind die Insektenhäuser („Hotels“) ein beliebtes Gestaltungselement in einem Garten geworden. Was vor zwanzig Jahren noch unmöglich gewesen wäre, sorgt jetzt für Begeisterung und zeugt von einem neuen Verständnis für die Natur. Schwebfliegen, Solitärbienen und viele andere Insekten nisten sich in den angebohrten Holzstücken, den Strohhalmen und den Lehmziegeln ein, legen die Eier ab und bilden ein wichtiges Glied im Ökosystem: als Schädlingsregulator (z.B. Blattläuse) oder als Bestäuber von Obstbäumen. Der Standort für solche Insektenhäuser sollte immer ein vollsonniger Platz  an der Südseite des Hauses oder eines Schuppens sein, damit das Holz rasch abtrocknet und die Brut nicht durch Pilze vernichtet wird. Wird es frei aufgestellt, dann muss ein Dach das Haus vor Regen schützen.
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    1 Kommentar
    • Wolfgang Schuster @ 29.03.2013
      Super Gedanken. Danke.